„Palazzo Wegbaumer“ – Wunschkonzert des Anbau-Architekten

 

Die vergangene Marktgemeinderatssitzung war voller Träumereien von Johannes Wegmann, seines Zeichens der Erfinder des „Anbau Heimatmuseum“, dem wir von der Redaktion den Namen „Palazzo Wegbaumer“ verliehen haben. Palazzo für unsere kleinen Kinder in der Ortsmitte, für den neuen Kindergarten „Kleine Heimat“, der derzeit wegen der Bauzeitverzögerung bis März noch in Containern auf Holzstelzen spielen muss. So sieht Architekt Wegmann die Lösung der Parkplatz- und Straßenproblematik am neuen Kindergarten.

Es soll nach Wunsch von einer gemeinsamen Ausgangsplattform zwei getrennte Wege von der Lautererstraße mit Granitplatten zu den Eingängen des Heimatmuseums und des Anbaus geben. Der Kindergarten wird von der Rückseite erschlossen und erhält drei Zuwegungen. Einen von der Gehwegecke an der alten Schule direkt neben der Telefonzelle zur Hintertür. Einmal einen Fußweg von der Höhe der Turnhalle und dann den eigentlichen Zuweg an der Hausmauer des Heimatmuseums entlang, also rechts am Heimatmuseum vorbei, wenn man von der Lautererstraße kommt. Dort sollen dann auch zwei wahrlich begehrte Parkplätze entstehen.

Da fragt sich nun nicht nur der Laie, wo parken die Eltern, die die 40 Kinder morgens bringen und mittags oder nachmittags abholen? Dann gibt es ja auch noch die Kindergärtnerinnen sowie ab und zu auch die Blasmusik und den Alpenchor. Ach, die Heimatmuseumsbesucher gibt es bekanntlich auch noch.

Es soll offenbar alles gehläufig passieren und parken kann man dann am Bahnhof, wenn es dort Platz gibt. Aber Wegmann zauberte die Lösung des Parkplatzproblems beim Sachstandsbericht aus dem Hut. Der Gehweg von der Schule zum Heimatmuseum wird in der Breite um rund einen Meter auf 1,5 Meter reduziert, dass gerade einmal noch zwei Personen aneinander vorbeikommen. Damit würde wegen dem einstehenden Eck des Neubaus im alten Gehweg auch auf der Straßenseite ein wenig Raum genommen,

Das Ziel sei eine sogenannte Gehzone, möglicherweise auch mit einem anderen Belag als bisher. Vielleicht könnten dort auch Autos parken. Man könne sich Längsparker überlegen und – es bräuchte wegen der geringen Straßenbreite bei Längsparkern vielleicht auch noch eine Einbahnstraßenregelung. Johannes Wegmann hat auch schon den Lösungsvorschlag parat: Die Einbahnregelung sollte von der Kirche her kommend sein.

Was für einen Kreis(el)verkehr diese Gedanken auslösen, das weiß bisher keiner. Das Wunschkonzert vom Architekten bleibt vielleicht auch eben dies – ein Wunschkonzert.

Die Frage der Kosten ist bisher noch nicht im Budget des Anbaus und womöglich wird auch ein spezieller Außenarchitekt eine Federführung für die Außenanlagen bekommen. Zu komplex sind die gegenwärtigen Bedürfnisse für die u.a. verkehrsmäßige Umgestaltung um das Heimatmueum und den zukünftigen Kindergarten herum. Deutet viel darauf hin, dass am Ende die von uns kolportierten Euro vier Millionen eine Punktlandung für den ganzen Eingriff in der Ortsmitte sein werden.

Vergessen wird in den von der Verwaltung vorgestellten Zahlen über den Anbau des Heimatmuseums oftmals der ursprüngliche Immobilienerwerb der alten gelben Post, der Abbruch, die Nebenkosten, die vorgeschalteten Erneuerungen der Kanalisation und Regenwasserentwässerung etc. Dazu die Außenanlagen, die nun nötige Umgestaltung der Lautererstraße usw.

Über den Sinn und Unsinn von Vergeudung öffentlicher Gelder läßt sich bekanntlich streiten. Am Ende steht jedoch fest, das alte Schlierseer Schulhaus und der ehemalige Spender sind die großen Verlierer. Was hätte es für eine Ortsmitte mit einem in den Originalzustand rückgebauten und instandbesetzten Schulhaus und einem unbelasteten Heimatmuseum mit einer Grünzone und Bankerl daneben gegeben. Dieser Traum ist nun leider ausgeträumt. Die Realität steht im Rohbau und stiehlt dem Heimatmuseum mittlerweile die Schau und das Licht.

 

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