Spießruten laufen für ewige Baustelle?

 

Glosse von Michael Dürr: Unser Beitrag vom Mai wurde viel diskutiert. Die Überschrift lautete damals: „Alpen-Immo – die ewige Baustelle“. Bauherrin ist nach Angaben der Anwälte nicht die eine Firma, die an der Aussenfassade seit Jahren wirbt, sondern zumindest die Geschäftsführerin und der Geschäftsführer der beiden dort residierenden Firmen Alpen-Immo GmbH und Bacher Hausbau GmbH & Co KG.  Ver(w)irrung. Entschuldigung. Fehlanzeige.

„Mitnichten sind es die – von dem die Gemeinde und die Bauverwaltung beratenden Architekten Heinz Blees – in einer öffentlichen Sitzung als nicht möglich verurteilten Fenster über Eck an der B307. Ein Stilbruch für Schliersee.“ So ein Zitat aus dem ursprünglichen Artikel. Diese in Schliersee unüblichen Über-Eck-Fenster wurden in viel drastischeren Worten vom beratenden Architekten Blees verurteilt und als unmöglich erklärt. Diese Aussage sollte ihm später teuer zu stehen kommen und hat er wahrscheinlich bereut.

Aus gut unterrichteten Kreisen wurde der Redaktion berichtet, dass der die Gemeinde beratende und von ihr engagierte Architekt Heinz Blees, nach seiner nicht dem Führungsduo genehmen eindeutigen Stellungnahme in Bezug auf einen wesentlichen Punkt im Bauvorhaben Skofitsch / Bacher, zu einem Rapport vor dem CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer und der zweiten CSU-Bürgermeisterin Johanna Wunderle antreten mußte und „ihm ordentlich der Kopf gewaschen wurde“. Und von dem ursprünglich öffentlich ausgetragenen Einwand gegen die unmöglichen Fenster über Eck von Herrn Blees war seitdem in der Öffentlichkeit keine Rede mehr.

Nicht viele Gemeinderäte und Zuhörer, die an der öffentlichen Sitzung mit dem gravierenden Einwurf von Herrn Blees anwesend waren, konnten bei den vorliegenden Erklärungen in der Kürze der Zeit offenbar nachvollziehen, was denn eigentlich richtig oder falsch sei.

Weiterhin behauptet der Anwalt im Auftrag der Mandantin Alpen-Immo GmbH auf mehreren Seiten ausführlich, die „Baumaßnahmen in der Lautererstraße vor dem Heimatmuseum stehen in  keinem wie auch immer gearteten Zusammenhang mit dem vorerwähnten Kanal der Grundstückseigentümer Rathausstraße 2“. „Die vollständige Erschließung des hier in Frage stehenden Grundstücks, genauer gesagt der Neugestaltung, war bereits im Jahr 2016 vollständig abgeschlossen.“ „Der maßgebliche Entwässerungsplan ist bereits umgesetzt. Weiterer Maßnahmen zur Regenwasserentwässerung bedarf es nicht.“ Warum gibt sich ein Anwalt für so etwas her, wenn die Mandantin doch gar keine Eigentümerin ist, so wie eben vom Anwalt behauptet? Ver(w)irrend.

Die Redaktion ist seit Monaten anwaltlich beraten und sieht der Entwicklung sehr entspannt entgegen, denn es kann nur einen Verlierer in einer eigentlich wünschenswerten gerichtlichen Auseinandersetzung zur vollständigen Aufklärung geben, da dann der Scheinwerfer auf erhellende Beweise im Zusammenhang mit dem Abwasser und dem Regenwasser des Objekts Rathausstraße 2 scheinen würde, die bei einem Gerichtsverfahren zur Wahrheitsfindung vollständig aufgedeckt werden müßten.

Bleibt zum Ende nur noch ein Zitat für die Ewigkeit der Baustelle: „Die Umsetzung einer Baumaßnahme, welche vollumfänglich genehmigt ist und damit rechtmäßig ist, obliegt in ihrer zeitlichen Abfolge ausschließlich dem Grundstückseigentümer bzw. Bauherren.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer die Stellungnahme und das frühere Wahlversprechen zur Kommunalwahl des Miteigentümers Christian Bacher: „Eine vernünftige und verträgliche Ortsgestaltung“.

Ob es „vernünftig“ und „verträglich“ für die Ortsgestaltung ist, ein An- und Umbauvorhaben in dieser exponierten Lage über Jahre hinzuziehen, dass kann in der Öffentlichkeit durchaus diskutiert und hinterfragt werden. Ob das „Garantiert persönlich, zuverlässig und kompetent!“ ist, das bleibt dem Urteil der Leserschaft überlassen.

Die Frage stellt sich, wer soll hier Spießruten laufen?

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