Daniel Krehl – „Verlierer, wo man hinsieht“

Glosse von Michael Dürr: Der Verfasser der Überschriften beim Miesbacher Merkur sei der Chefredakteur, so wird gemunkelt. Ob das stimmt, das kann wahrscheinlich nur Herr Hank selbst beantworten. Viele Überschriften waren jedoch über die letzten Jahre in Schlierseer Beiträgen grenzwertig und auch teilweise falsch. Wir haben bisher nichts dagegen unternommen, sahen wir den Wettbewerb um die Gunst der Schlierseer Leserschaft doch eher unter dem sportlichen Aspekt und der Transparenz sowie der Aufklärung über verbesserungswürdige Zustände – und unsere Leserschaft steigt Jahr für Jahr exponentiell. In der Spitze erreichten wir heuer einen Wert von 3.890 Seitenaufrufen an einem Tag, gemessen mit Google Analytics.

Einen Kommentar zu falscher oder schlechter Recherche abzugeben, das ist es eigentlich nicht wert. Aber über das letzte Jahr hat sich die Agitation des Miesbacher Merkur in Schliersee über einzelne Personen in Schliersee merklich erhöht.

Es würde dem MM gut zu Gesicht stehen, eigene Fehler und Ungereimtheiten einzugestehen und diese aus freien Stücken zu korrigieren. Viele Tatsachen sind etwa dem Redakteur Daniel Krehl persönlich bekannt und dennoch wird nicht dazu recherchiert und / oder die Wahrheit schleppend oder gar nicht aufgedeckt. Warum auch immer. Es scheint da einen unsichtbaren Kodex zu geben, keine Fehler öffentlich einzugestehen und nicht aus Fehlern zu lernen.

Liest man viele MM-Artikel über Schliersee (Online und Print mit teilweise unterschiedlichen Überschriften), so versteht ein geneigter Leser oft nicht den Bezug von der reißerischen Überschrift zum beschriebenen Text.

Und übrigens: Schade, dass es Daniel Krehl geschafft hat, so viele Schlierseer gegen sich aufzubringen. Schade, dass Sie in Ihren Artikeln über Schliersee nicht Die Schlierseer CSU provozieren, die es eigentlich ob des schon lange anhaltenden schlingernden Kurses der Entwicklung in Schliersee sicherlich verdient hätten.

Im Blatt steht Daniel Krehl nicht selten allein auf weiter Flur. Jetzt eskaliert der Zwist mit dem MM-Redakteur über den Kreis der Zeitung hinaus. „Das geht über die Hutschnur.“

Angeblich lesen immer weniger den Miesbacher Merkur in Schliersee – und machen dafür Krehl verantwortlich. „Der Preis ist hoch“, das stimmt leider Daniel Krehl.

Bleibt nur noch der Hinweis auf unseren früheren Artikel und alteingesessene Schlierseer, die in der Familie den konservativen Miesbacher Anzeiger der früheren Eigentümer Mayr seit 1906 abonniert hatten. Die kurzzeitige Ver(w)irrung des Blattes, „dass die nationalsozialistische Propaganda des Miesbacher Anzeigers der frühen 1920er Jahre auch in Norddeutschland besonders großen Anklang gefunden habe“ kam scheinbar u.a. auch durch Ludwig Thoma zustande: „Die 1874 gegründete Zeitung erlangte Anfang der 1920er Jahre in ganz Deutschland Berühmtheit durch ihre antidemokratischen, antisemitischen Hetzartikel, die meist anonym von Ludwig Thoma (1867-1921) verfasst wurden.“ 1922 wurde der Stil durch die Eigentümerfamilie Mayr jedoch wieder gemäßigt, so Wikipedia.

Den Grund für das Verbot des Miesbacher Anzeigers im Jahr 1945 durch die Alliierten deutet das Historische Lexikon Bayerns an: „1929 ging der bis dahin selbständige Miesbacher Anzeiger im Bayerischen Zeitungsblock, einem Zusammenschluss oberbayerischer Zeitungen, auf und war ab November 1933 erkennbar Parteiorgan“. Fest steht jedoch, dass nach dem 2. Weltkrieg eine Namensänderung nötig war, eben auf den heutigen Miesbacher Merkur. Dieser MM wurde damals als Lokalteil des Münchner Merkur integriert und fortgeführt.

Investigativer Journalismus ist dem MM nicht in die Wiege gelegt. Das habe ich persönlich in meinen ersten journalistischen Erfahrungen als Volontär der Germeringer Seite im Fürstenfeldbrucker Tagblatt (Münchner Merkur) bereits vor 35 Jahren feststellen können – und es hat sich augenscheinlich auch nicht geändert. Dies ist für diejenigen aber eigentlich kein Manko, die eine zunehmende Boulevardisierung der Medienlandschaft favorisieren.

Investigativen Journalismus erledigen wir aber gerne mit unserer Schlierseer Zeitung für Sie. Dann gibt es keine Verlierer mehr, nur Gewinner. Gewinner an wertvoller Information. Gewinner für den Markt Schliersee und die Bürger(innen) von Schliersee, Neuhaus und Spitzingsee.

Übrigens wurde dem Miesbacher Merkur und Herrn Krehl am 14. Februar nach einer Fleißarbeit folgende Übersicht zur Korrektur einer wiederum falschen Überschrift und falschen textlichen Darstellungen in einem MM-Artikel vom 20.11.2016 präsentiert:

„Gemeinderat und Antragskultur

Im Schlierseer Marktgemeinderat gibt es seit der Wahl im Jahr 2014 einen frischen Wind. Seit der konstituierenden Sitzung im Mai 2014 wurden bis zum Jahresende 2016 so insgesamt 79 Anträge gestellt. Davon wurden schlußendlich 41 Prozent abgelehnt.

Nachzulesen für jede(n) kommunalpolitisch Interessierte(n) auf der Homepage des Rathauses Schliersee in den Protokollen und auch in unserer Publikation über die einzelnen Beiträge.

In den vergangenen Gemeinderäten war es bisher Usus, dass der Bürgermeister die Tagesordnung festlegte und dann einfach über diese Punkte diskutiert und abgestimmt wurde. Es kam einem Erdbeben gleich, wenn einmal alle Schaltjahre ein Gemeinderat oder eine Fraktion eine eigene Meinung hatte oder eine Bürgermeinung vortrug und darüber abstimmen lies.

Seit dem Jahr 2014 ist das nun progressiver. So stellte der Gemeinderat Michael Dürr ganze 59 Anträge. Angefangen von Anträgen zur Aufstellung einer überarbeiteten Geschäftsordnung, der Digitalisierung des Flächennutzungsplanes, der Auflösung von unnötigen Ausschüssen, der Streichung von unnötigen Satzungen, der Einführung von neuen oder erneuerten Satzungen (Stellplatzsatzung, Gestaltungssatzung), Bürgeranträgen (Schulbus) oder auch nur Anträgen zur Geschäftsordnung, dass Tagesordnungspunkte aus dem nicht-öffentlichen Teil öffentlich behandelt werden sollten, da es keine gesetzlich zwingenden Vorgaben zur Geheimniskrämerei gibt. In den 59 gestellten Anträgen war die Erfolgsquote mit 65 Prozent sehr gut. Nur rund ein Drittel der Vorschläge wurden mit Mehrheit abgelehnt oder zurückgenommen.

Im Vergleich dazu: die Fraktionen und andere Gemeinderäte haben zusammen 20 Anträge gestellt, von denen 12 abgelehnt oder zurückgenommen wurden. Eine magere Erfolgsquote von 40 Prozent. Also in fast zwei Drittel der Fälle wurde keine Mehrheit erreicht.

Ergebnis der Jahresendbetrachtung 2016: Der Marktgemeinderat Michael Dürr hat fast dreimal soviel Anträge eingebracht, wie die anderen 19 zusammen. Die Erfolgsquote war mit knapp zwei Drittel wesentlich über dem Gesamtschnitt von 41 Prozent.“

Da stellt sich nun doch die Frage, nicht nur an Daniel Krehl und den Miesbacher Merkur, warum falsche Überschriften, Behauptungen und Artikel nach freundlicher Bereitstellung von Fakten nicht richtiggestellt werden. Verlierer in Bezug auf informative und korrekte Berichterstattung über den Markt Schliersee ist also eindeutig Herr Krehl und der Miesbacher Merkur.

 

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