Alpen-Immo – „Lebens(ver)kauf am See“

 

„Dem See ganz nah“, „LebensArt Schliersee“, „KarmaBavaria Appartements“, „Lebens(t)raum“ und „Wohnen am See“. An diesen Bauprojekten war oder ist die Alpen-Immo GmbH in der einen oder anderen Weise beteiligt. Drei der fünf sind ehemalige Gewerbegrundstücke, die vom alten Gemeinderat vor 2014 durch Umwandlung in ein Wohngebiet ohne (Färber – Dem See ganz nah; Kroha – LebensArt Schliersee) bzw. mit geringfügiger (Fichtner – Wohnen am See) Wertabschöpfung für den Markt Schliersee stattfanden.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang nochmals an die immer noch gültige Stelle in der Bayerischen Verfassung im Artikel 161 Absatz 2: „Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- oder Kapitalaufwand des Eigentümers entstehen, sind für die Allgemeinheit nutzbar zu machen.“ Scheint also seit 1946 nur ein Papiertiger zu sein.

Der Verkauf von Appartements der Karma Bavaria (früher Alpenclub) warf in vielen Gemeinderatssitzungen Fragen über Fragen auf. Aber der CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer griff und greift in Ungereimtheiten nicht ein. Sogar die Gemeindenachrichten werden als Werbeplattform für den eigentlich nicht möglichen Abverkauf von zur touristischen Nutzung gebauten Appartements mit einer festen Vermietung an das Hotel Karma Bavaria genutzt. Ab dem 4. Jahr wird eine Eigennutzung beworben, eine eigentlich erst genehmigungspflichtige Nutzungsänderung: „Oder Sie nutzen das Appartement ab dem vierten Jahr selbst als Ihren Zweitwohnsitz“, die Anpreisung auf der Vermarktungsseite der Alpen-Immo. So hat es die Gemeinde eigentlich nicht vorgesehen.

Die 10 Wohnungen auf dem ehemaligen Heizöllager Färber („Dem See ganz nah“) gingen auch meistbietend an einige Zweitwohnungsbesitzer. Die genaue Zahl ist von der Marktverwaltung leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Die 23 Wohnungen auf dem alten Sixtusgelände in der Urtlbachstraße wurden zu Höchstpreisen pro Quadratmeter Eigentumswohnung in Schliersee verkauft. Da war wenig Platz für Einheimische. Dies lag unter anderem auch daran, dass der alte Marktgemeinderat vor 2014 dieses Bauvorhaben ohne eine Wertabschöpfung (Bayerische Verfassung Artikel 161!), ohne eine Erstwohnsitzbindung etc. durchwinkte. Dem damaligen Bauträgernovizen Kroha kam das sehr gelegen. Umso größer war sein Gewinn. Von rund Euro zwei Millionen wird bei Immobilienspezialisten im Ort gemunkelt. Da hätte durchaus neben einer Provision für das Tandem Skofitsch / Bacher (für Vermarktung, Baubetreuung, etc.) auch ein wenig für Einheimische oder wenigstens 100% Erstwohnsitzbindung herausschauen können.

Zu diesen umtriebigen Zeiten der obigen Alpen-Immo Bauprojekte war übrigens auch der Sohn des CSU-Bürgermeisters Franz Schnitzenbaumer im Büro Rathausstraße 2 für eine Zeit beschäftigt. Genaueres zur Position und Verantwortlichkeit war leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Trotz des annoncierten Verkaufserfolges kratz sich der Unbedarfte die Haare. Warum stoppt die Presseberichterstattung am 27.11.13 mit dem vollmundigen Titel in der Miesbacher Presse: „Gasthof zur Post – Ende des Leerstands naht“.

Da lachen sie alle drei noch fröhlich: Bacher, Skofitsch und Kroha. Nach nahezu vier Jahren Stillstand ist leider noch kein Ende des Leerstands in Sicht. Und ob die drei immer noch lachen, das steht in den Sternen. Die Genehmigungen für den Umbau wären eigentlich da, aber bis auf die Tatsache, dass angeblich altes Inventar vom Gasthof zur Post jüngst zum Gasthof Prinzenweg (jüngster Neuerwerb durch de Alwis vom Schlierseer Hof) gebracht wurde, passiert nichts Sichtbares.

Seit vier Jahren gibt es also keine Erfolgsmeldungen auf der Internetseite von Alpen-Immo. Nicht mehr nötig, fragen sich da manche?

Bevor Christian Bacher wieder eine eigene Firma aufmachen konnte, da war das Duo noch unter der geschäftlichen Haube Alpen-Immo. Selbst heute noch ist aber die Seite aus dem Miesbacher Impuls Heft 7 vom August 2011 auf der Maklerseite Alpen-Immo -> Über Alpen-Immo.net zitiert. Es hat sich also nicht getan, obwohl viel passiert ist. Manchmal bleiben die Uhren einfach stehen.

„Lebens(t)raum“ – Dem Himmel ganz nah haben wir schon Artikel gewidmet.

Dem Himmel ganz nah?

Kroha macht Kahlschlag in Neuhaus!

Das letzte Projekt ist die ehemalige Glashütte, das Holzwerk Fichtner. Der altgediente Pfarr- und CSU-Marktgemeinderat Ambros Fichtner hat in einem fast zehn Jahre dauernden Anlauf scheinbar die letzten Hürden für eine Bebauung seiner Gewerbeflächen mit bis zu 68 Wohnungen erhalten. Die früher teils fehlerhaften und nachbesserungsbedürftigen Bebauungspläne wurden in so viele Beschlussrunden im alten und neuen Gemeinderat behandelt, dass die meisten Gemeinderäte froh sind, wenn dieser Punkt nicht wieder auftaucht.

Das Kernproblem der massiven Expansion in Breitenbach ist nach wie vor die verkehrmäßige Erschließung.  Der Bahnübergang Westenhofen ist der neuralgische Punkt und dieses Riesenproblem wird auch nicht so schnell gelöst werden. Das Chaos mit dem jahrelangen Baustellenverkehr für die Entsorgung u.a. des teilweise belasteten Erdreichs, der Erstellung von mehreren Mehrfamilienhäusern und anderen Häuser wird die Anwohner der Breitenbachstraße und des Ortsteils jenseits der Bahnschranke über Jahre in  Mitleidenschaft ziehen. Aber viele mahnenden Stimmen wurden einfach vom CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer vom Tisch gewischt. Ein Schelm ist wer sich seinen Teil dazu denkt.

Andere Probleme werden wir im Lauf des Verfahrens Fichtner / Wohnen am See begleiten und erläutern. Fest steht hier nur, dass die Gemeinde eine sehr geringfügige Wertabschöpfung von zwei Baugrundstücken vornahm und keinen befriedigenden städtebaulichen Vertrag mit Tragung von allen möglichen Folgekosten (was durchaus möglich wäre) abschloss.

Das Absurde daran ist, dass der Wert der von der Gemeinde zurückverkauften Baugrundstücke (auch mit Seeblick) pro Quadratmeter unter dem Wert liegt, für den die fünf Grundstücke an der Seestraße für „Einheimische“ als Mindestpreis angeboten wurden. Das versteht keiner mehr, auch nicht intelligente Personen im Gemeinderat.

War die Tochter des Eigentümers neben dem Berater und Investor Färber früher noch an der Konstruktion „Wohnen am See“ beteiligt, so hat sich mittlerweile auch Alpen-Immo eingeklinkt.

„TEGERNSEE IST SO LAST YEAR“. Was für ein Werbespruch von Alpen-Immo zum Fichtner-Verkauf. Wie kann man die deutsche und englische Sprache so verhunzen und ein Denglish ohne Sinn hervorzaubern? Manche sagen Spruchbeutel. Ab dem 1. September soll also der Verkaufsstart für das Wohen am Schliersee auf dem Fichtner-Gelände starten. Dann werden vielen die Augen tränen, was für Preise pro Quadratmeter aufgerufen werden und wie wenig die Gemeinde wieder einmal auf den eigenen Säckel geschaut hat.

Wenn es so weitergeht, dann ist Schliersee „so last year“. Schade, dass die Immobilienspekulanten das schöne Schliersee so verdichten (dürfen). Aber die Bayerische Verfassung schreibt in Artikel 2, Absatz 2, Satz 2 in zwei Worten wie es passiert: „Mehrheit entscheidet“ – und die hat wer?

 

 

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