Gerhard Waas: „Da hat er uns verarscht“

Die erneute Behandlung eines Antrags auf Garagenvergrößerung, eines Neubaus von einem Stellplatz und einem Schwimmbecken erregte die Gemüter im Bauausschuss sichtlich. Der „Grüne“ Marktgemeinderat Gerhard Waas fühlte sich sichtlich auf den Schlips getreten: „Da hat er uns verarscht.“ Gemeint ist der Antragsteller, der sich auch in der Sitzung selbst ein Rederecht erteilte.

Dies ist eigentlich nicht erlaubt und der Versammlungsleiter Franz Schnitzenbaumer hätte unverzüglich einschreiten müssen. Daher lief die sehr angeregte Diskussion ziemlich aus dem Ruder. Die Gemüter waren aufgeheizt.

Zur Chronologie: In der Breitenbachstraße 18 f (das vorletzte Haus auf dem Weg zum Hennerer vor dem Stauweiher und beim Anstieg auf der linken Seite) wurden von den Antragstellern Wellershaus u.a. auch Austauschpläne des Entwurfsverfassers Heitsch präsentiert. Aber laut Aussage des Antragstellers eben nicht die zuletzt eingereichte Version. Dann wurde es ein wenig lauter im Sitzungssaal.

Die Bauamtsleiterin Birgit Kienast erläuterte zum Beginn, dass der Entwässerungsnachweis fehle. Es widerspreche sich alles. Da lassen sich der verdutzte CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, die 2. CSU-Bürgermeisterin Johanna Wunderle, der CSU-Nachrücker und Architekt Gerhard Krogoll und der die Gemeinde beratende Architekt Heinz Blees die Pläne geben und brüten über diesen. Die Verwirrung war groß und die Vorbereitung zur Sitzung offenbar nicht so.

Den Aufschlagen des Tages leistete Wolfgang Schauer von der Ausschussgemeinschaft als selbsternannter „Baupolizist“. Zum wiederholten Mal stellte er seine akribischen und detailgenauen Beobachtungen von Fehlverhalten an Baustellen unter Beweis: „Die Garage ist bezugsfertig. Die Bodenplatte gemacht.“ Kompliment für die Fleißarbeit.

Die Bauamtsleiterin überzeugte durch ihren Einwurf: „Für die Garage ist meines Wissens die Zustimmung gegeben worden.“ Das brachte jedoch keine Klarheit in die verworrene Situation. Gerhard Krogoll: „Das ist verwirrend. Wie schaut des aus?“

Nachdem in der Sitzung vom 30. Mai das gemeindliche Einvernehmen zu dem früheren Antrag bereits verweigert wurde, scheint das Landratsamt Miesbach hier offenbar das gemeindliche Einvernehmen ersetzt zu haben. Es wurde diskutiert, dass dies eine weitere „Klatsche vom Landratsamt“ sei und wie oft man sich dies noch gefallen lassen müsse.

Die Bauamtsleitung wollte weiter aufklären: „Eigentlich ist es verfahrensfrei bei unter 100 qm Grundfläche und Unterkellerung (Anm. der Redaktion: das Garagengebäude). Das ist alles nicht schlüssig.“ Und darauf stieg dann der Förster Gerhard Waas ein: „Der hat uns verarscht.“ Frau Kienast schiebt nach: „Die Unterschrift der Nachbarn fehlt.“

Da platzte dem anwesenden Bauherrn der Kragen und er meldete sich lautstark aus der Zuschauerreihe: „Schauen Sie in die Unterlagen – mit der Nachbarunterschrift. Ich habe es persönlich abgegeben.“ Dann wurde der gesetzlich nicht erlaubte Einwurf vom Versammlungsleiter gerügt: „Herr Wellershaus, Sie haben kein Rederecht.“

Nicht verwunderlich, dass die Ablehnung nach diesem turbulenten Tagesordnungspunkt einstimmig war: keiner dafür und alle sieben dagegen. Fakt schien zu sein, dass die vollendeten Tatsachen mit dem fertigen Bau und den nachgereichten Unterlagen mit dem Staatlichen Bauamt schon abgestimmt seien.

Quintessenz: Unterhaltsame Bauausschusssitzung, schlechte Information seitens der Verwaltung, mangelnde Vorbereitung der meisten Bauausschussmitglieder und eine echt schlechte Stimmung im Ratssaal. Wem ist dies nun zuzuschreiben?