Öffentlicher Feldweg Nr. 29 – besser bekannt als Klosterweg / Miesbacher Straße

 

Ein interaktives Leserspiel: Geben Sie im Internet beim empfehlenswerten www.vianovis.net/lkr-miesbach/ einmal „Klosterweg Schliersee“ in der Suchmaske ein. Danach „Miesbacher Straße Schliersee“. Im Ortsteil Westenhofen gibt es noch die alte Miesbacher Straße als Wurmfortsatz der früheren B 307. In Wirklichkeit ist dies jedoch ein öffentlicher Feld- und Waldweg.

Auf dem öffentlichen Feld- und Waldweg Nr. 29 des Marktes Schliersee marschierten früher einmal die Arbeiter zum Bergwerk nach Hausham. Es geht auf dem heute geteerten Teilstück (Bild oben – Straße parallel oberhalb zur B 307) mit rund 100 Meter Länge schnurstracks auf den Kirchbichl zu. Die Gesamtlänge in der Gemarkung Schliersee beträgt gut 500 Meter, dann beginnt die Gemarkung Hausham. Dort führt der Weg geradeaus weitere gute 500 Meter bis zum sogenannten Eham-Hof. In Höhe der Anwesen Althaushamerstraße 2 und 2a mündet der alte öffentliche Weg in die heutige Straße ein.

Was ist davon heute noch übrig? Der Bestand und einige Kopfzerbrechen für die beiden Gemeinden. In Wirklichkeit gibt es den als landwirtschaftliche Fläche genutzten öffentlichen Feldweg nämlich nicht mehr (klicken Sie bei „Karten & mehr“ auf Luftbild im obigen Link). Die Landwirte würden höchstwahrscheinlich nicht amüsiert sein und hartnäckig den Standpunkt vertreten, dass da keiner darüber darf. Aber dem ist eben nicht so, da dieser Trampelpfad immer noch öffentlich gewidmet ist und dies ist schwer zu revidieren wäre.

Auf der anderen Seite böte das einen schönen Rad- und Wanderweg von Schliersee nach Hausham, ohne den Verkehr der vielbefahrenen B 307 direkt daneben. Und dann könnte es auch noch die ideale Langlaufloipensprintstrecke sein, mit einem Kilometer Länge. Es gäbe also die Möglichkeit der Sommer- und Winternutzung. Da könnten sich die Fremdenverkehrsverantwortlichen der Gemeinden Hausham und Schliersee doch einfach einmal zusammensetzen und kühne Pläne schmieden.

Wie sind wir auf dieses Leserrätsel gekommen? Weil ein Punkt der letzten Bauausschusssitzung in Schliersee eben dieses Dilemma aufwarf:

Ortseingang Schliersee – Wunschkonzert ohne Erschließung positiv beschieden

Es hat sich herausgestellt, dass wir in der Redaktion voreilig waren und es doch keine fehlende Erschließung gibt, denn das bisher landwirtschaftliche Grundstück könnte über die noch bestehende alte Miesbacher Straße am Ortseingang Schliersee erschlossen werden. Problem nur, dass dieses Stück mit hohen Bäumen eingewachsen ist. Aber doch kein Problem, die müßten einfach weg. Oder eben auf dem landwirtschaftlichem Grund keine Wohnbebauung.

Garten seit gut 50 Jahren geteert und gefedert!

Die ein und dieselbe geteerte Straße mit drei unterschiedlichen Namen – Miesbacher Straße (so die Hausnummern), Klosterweg (Parzellarkarte) und Öffentlicher Feld- und Waldweg Nr. 29 (Wegeverzeichnis des Marktes Schliersee) – ist nicht erschlossen, obwohl Straßenlaternen und Asphaltdecke inklusive der Wasser-, Abwasser-, Stromleitungen etc. auch im und auf dem öffentlichen Feldweg liegen.

Ortseingang Schliersee – „Das kalte Grausen“

Da könnte einem wirklich „das kalte Grausen“ kommen, wenn man nicht den nötigen Humor besitzt. Aber dies ist einfach Altbestand, verstehen und erklären kann es wahrscheinlich keiner mehr wie es zu dieser unübersichtlichen Situation überhaupt kam. Und ob es sich jemals ordentlich (rück)abwickeln läßt, das steht in den Sternen.

Die Redaktion der Schlierseer Zeitung hat den werten Leser(innen) damit ein wertvolles Instrument an die Hand gegeben: Jeder kann sich mit www.vianovis.net/lkr-miesbach/  ein eigenes Bild von Schliersee machen. Egal ob Straßenkarte, Parzellarkarte oder diverse Luftaufnahmen.

Wir freuen uns auf Zuschriften mit interessanten Situationen, die zum Schmunzeln und mehr anregen.