„Wohnen am Schliersee“ – wieder in Warteschleife

Ein Projekt der HSHI Gruppe aus Rosenheim zur Entwicklung von bis zu 68 Wohnungen und Häuser in Breitenbach kommt einfach nicht aus den Startlöchern. Wir berichteten bereits über das Vorhaben auf dem besser bekannten Fichtner-Gelände. Es geht scheinbar nach einem Schritt voran wieder zwei Schritte rückwärts für das Projekt „Wohnen am Schliersee“. Der avisierte Verkaufsstart am 1. August kann im derzeitigen Verfahrensstand womöglich nicht eingehalten werden.

Was ist nun genau passiert? Die Geschichte um die Versilberung und Schaffung von erheblichen Mehrwert auf dem Gewerbegrundstück der früheren Glashütte, des derzeit nicht mehr recht aktiven Holzwerks und dem Holzmarkt auf dem Grund eines früheren Ausflugslokals scheint wieder einmal ins Stocken geraten zu sein.

Es zieht sich wie Kaugummi

Seit Jahren zieht sich dieses Vorhaben wie Kaugummi. Dutzende Abstimmungen, Diskussionen und diverse Versionen von Flächennutzungsplanänderungen und Bebauungsplänen zieren die Ordner der alten und neuen (seit 2014) Marktgemeinderäte. Ein finaler Abschluss mag einfach nicht gelingen.

Bereits mehrmals wurden Beschlüsse für die jeweilige Version des FNP bzw. B-Plan herbeigeführt, es ergaben sich jedoch teilweise Fehler in dem FNP / B-Plan und die Aufsicht im Landratsamt mußte verschiedene Verfahrensschritte reklamieren sowie rückgängig machen lassen.

Fledermäuse, Nahwärme und mehr

Einmal waren es die Fledermäuse, danach die Nahwärmeversorgung, die ewige Verzögerungen verursachten. Bekanntlich befindet sich auf dem Fichtner-Grundstück ein Wasserkraftwerk mit rund 80 kW. Dies mußte etwa als Sondergebiet Nahwärmeversorgung festgesetzt werden, damit der FNP rechtskräftig werden könnte.

Die Änderung des FNPs bedurfte neuer Runden der Auslegung und Fehler wurden so Stück für Stück bereinigt. Warum solche Fehler bei einem FNP / B-Plan überhaupt entstehen können, darüber kann sicherlich der Planer Auskunft geben.

Landratsamt widerspricht

So schrieb das Landratsamt im Mai: „Im Ergebnis sei der Flächennutzungsplan nicht ordnungsgemäß zustande gekommen und widerspreche weiter § 11 Abs. 2 BauNVO …“

In der Marktgemeinderatssitzung am 27. Juni sollte nun endlich der erneute Auslegungsbeschluss abgehakt werden. Und wieder wurde es wegen Fehlern zurückgeschickt.

Die PWG beantragte bei den Diskussionen im Jahr 2014, dass es eigentlich seit längerer Zeit im Gemeinderat gelte, dass in Bebaungsplangebieten nur noch 100% Erstwohnsitzbindung zugelassen werden. Die damalige Opposition der CSU war dagegen, aber man traf sich mit einem Mehrheitsbeschluss bei 75% Erstwohnsitzbindung für die Umwandlung des Gewerbegebiets Holzwerk Fichtner in Wohnbebauung.

Erstwohnsitzbindung gestutzt

Und in der letzten Version der 33. Änderung des FNP „Breitenbach“ Holzwerk Fichtner tauchen die 75% nicht mehr auf. Nur noch 50%. Wie und wann das dem Planer Gerhard Krogoll und der Verwaltung durchschlüpfte, das weiß der CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, aber in Details wollte er in der öffentlichen Sitzung nicht gehen.

„Wann es reingekommen ist ist klar, wer es reingebracht hat ist nicht klar.“ Diese Aussage des Bürgermeisters und geschäftsführenden Beamten macht schon stutzig. Warum wurden die Fakten in der öffentlichen Sitzung nicht auf den Tisch des Hauses gelegt?

„Wir wissen es nicht genau. Wir haben es alle übersehen.“ So ein weiterer Versuch der Erklärung durch die Verwaltung.

Zuletzt führte ein Antrag vom PWG GR Dürr diesen Punkt zurückzuziehen, bis der frühere Beschluss mit 75% wieder korrigiert wurde und er beantragte eine Rechtsauskunft einzuholen, wie mit dem aktuellen Problem weiter rechtlich zu verfahren sei.

Am Ende war sich aber der gesamte Marktgemeinderat einig, dass dies erst einmal aufgearbeitet werden muss. Die nächste Warteschleife für die Familie und das Holzwerk Fichtner.

MerkenMerken

MerkenMerken