Unser Dorf soll hässlich werden

 

Diesen Arbeitstitel hat eine sehenswerte Dokumentation aus dem Jahr 1975 von Dieter Wieland, einige Schlierseer scheinen sich nach 42 Jahren davon einen Scheibe abzuschneiden. Unsere Artikel zu der Brücke neben der Bahnüberführung an der Schlierach haben vielleicht ein wenig wachgerüttelt. Heute steht dieser Punkt zumindest zur Diskussion auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Um 18:30 geht es aber heute im Saal des Rathauses nicht nur um das obige Bauwerk (TOP 9), das sich nach Ansicht des Bauherrn offenbar hervorragend in die Landschaft einfügt und auch bisher keine Komplikationen mit der örtlichen Gestaltungssatzung mitbrachte.

Zumindest werden heute abends die Ausnahmen für diesen Beitrag „Unser Dorf soll hässlich werden“ in aller Öffentlichkeit abgewägt und höchstwahrscheinlich geheilt. Eine mittlerweile übliche Praxis in Schliersee unter dem CSU-Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

Es gibt aber auch noch andere Dinge, die bisher trotz Nachfragen und Zusagen bei der Verwaltung und in öffentlichen Gemeinderatssitzungen nicht angegangen wurden: etwa die Schlierseer Version des „Unser Dorf soll hässlich werden“ genau in der Ortsmitte am Bahnhof mit der „Verschönerung“ durch Europaletten auf Gemeindegrund.

Europaletten zur Verschönerung unserer Ortsmitte!

Der Tagesordnungspunkt 6 mit der Erweiterung im Aussenbereich in dem Maxlrainerweg ist auch ein erstaunlicher: wurde dies doch bereits mehrmals im Gemeinderat diskutiert und abgelehnt, aber manche Bauwerber und Planer sind scheinbar gleicher als andere. Die abgelehnten Punkte kommen unter neuer Flagge immer wieder zur neuen Vorlage, bis die richtige Einflugschneise gefunden und Mehrheiten dazu erreicht werden.

Bleibt nur noch zu unser Brücke an der Schlierach festzuhalten: das Sicherheitsgeländer zur Straße abgeflext, ein paar Träger an die Spundwände der in diesem Bereich kanalisierten Schlierach geschweißt, behandelte Telefonmasten abgeschnitten und darüber gelegt, ein wenig Holz zur Sicherheit, eine schwarze Metalltür, neuerdings eine „schöne“ Aluleiter und natürlich darf das obligatorische „Unbefugten ist der Zutritt verboten“-Schild nicht fehlen – und fertig ist die „Ortsverschönerung“.

Gab es doch im Oktober 2015 einen einstimmigen Beschluss im Bauausschuss, dass es einen runden Tisch zur Klärung der dortigen Probleme im Bereich der Schlierach gibt. Leider wurde dieser – trotz mehrmaliger Aufforderung – bisher nicht vom CSU-Bürgermeister umgesetzt. Franz Schnitzenbaumer wollte die heißen Kartoffeln nicht anpacken. Ein Ergebnis aus dieser Inaktivität, die Brücke über die Schlierach und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für alle Beteiligten. Daneben verschwindet nun die Informationstafel zu Sträuchern, Büschen und mehr geradezu. Schade um das Ortsbild.

 

 

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