Ziel weit verfehlt – was passiert nun?

 

Nichts. Wie aus der nicht-öffentlichen Sitzung vom September 2016 bekannt wurde (siehe oben), das Ziel war die Eröffnung des Kindergartens am 1. September diesen Jahres. Aber in der Zwischenzeit steht fest, dass vor dem Frühjahr 2018 absolut nichts passiert. Ziel verfehlt. Wer trägt nun die Konsequenzen für diese weitere Schlappe des CSU-Bürgermeisters Franz Schnitzenbaumer?

Wahrscheinlich keiner. Wie zwischenzeitlich im Markt Schliersee fast schon die Regel, Fehler und Verzögerungen werden einfach ausgesessen bis neue Dinge passieren und keiner mehr Zeit hat, die eigentlich bekannten Missstände anzuprangern und weiter zu verfolgen.

Die Schlierseer Zeitung hat sich als investigative Online Zeitung jedoch darauf spezialisiert, diese Probleme auch vollumfänglich zu verfolgen, zu dokumentieren und zu analysieren.

Das Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 18. Oktober 2016 beschreibt die von Anfang an nicht haltbaren Versprechungen und Diskrepanzen : „Auf Nachfrage von GR Dürr äußert Herr Wegmann, dass die gewünschte Nutzungsaufnahme für den 2-gruppigen Kindergarten in dem geplanten Museumsanbau zum 01.09.2017 sehr sportlich ist. Die zeitgerechte Realisierung des Bauvorhabens ist u. a. stark witterungsabhängig. Sollte absehbar sein, dass sich der Einzug in die Räumlichkeiten verzögert, sollte zum gegebenen Zeitpunkt offen über eine provisorische Lösung diskutiert werden.“

Zwischenfinanzierung nötig

Auf Nachfrage in der gleichen Sitzung wurde auch bekannt: „Für GR Dürr stellt sich die Frage, wie der geplante Anbau an das Heimatmuseum haushaltstechnisch abgewickelt werden soll. Nach Ansicht von GR Dürr fehlen dem Markt Schliersee bereits zum jetzigen Zeitpunkt Einnahmen aus geplanten Immobilienverkäufen (Gewerbegrundstück Seestraße und Wohnbaugrundstücke Baugebiet Breitenbach). Die Marktkämmerin weist darauf hin, dass die Finanzierung des Bauvorhabens vom Marktgemeinderat Schliersee zu beschließen ist. Hinsichtlich der geplanten Einnahmen aus Grundstücksverkäufen ist gegebenenfalls eine Zwischenfinanzierung erforderlich.“

Von welchen Ausbaustufen man bei einem Bauwerk sprechen kann, welches in weniger als einem Jahr fertiggestellt sein sollte, das erschließt sich scheinbar nur dem DS-Stimmführer: „GR Mödl regt hinsichtlich der geschätzten Baukosten an, den Museumsanbau (mit Ausnahme des Bereichs Kindergarten) stufenweise (Ausbaustufen) zu realisieren.“

Da bleibt eigentlich nur noch dem CSU-Fraktionssprecher GR Florian Zeindl beizupflichten: „Der Museumsanbau als ersten Schritt bei der Neugestaltung der Ortsmitte ist mit sehr hohen Kosten verbunden.“

Der ausführende Architekt behält Recht: „Herr Wegmann weist nochmals auf die besondere Bedeutung dieses Bauvorhabens hin, nachdem es sich beim Heimatmuseum Schliersee um ein einzigartiges Gebäude handelt.“

Wer steht nun ein für den Zeitverzug, die Schäden am Heimatmuseum, etc.? Diese Frage wird wahrscheinlich wieder ins Leere gehen und es passiert nichts.

Eines ist dem Architekten jedoch gewiss: die Vergütung in Prozent von den Baukosten gemäß Honorarordnung.

Und wie so oft, der Marktgemeinderat kann Fehler wie in der Vergangenheit mit demokratischer Stimmenmehrheit heilen. Und wahrscheinlich wird auch wieder keine Person zur Verantwortung gezogen.