Drohnenalarm in der Garten- / Perfallstraße

 

Am Samstag stieg eine mit einer Kamera bestückte Drohne um 10:30 in der Perfallstraße auf und filmte scheinbar Häuser in der Gartenstraße zwischen dem Bahnhof und dem Kurpark in Schliersee. Eigentlich nicht tragisch, so zumindest die landläufige Meinung. Aber seit April diesen Jahres gilt die neue Drohnen-Verordnung: Keine Bilder ohne ausdrückliche Einwilligung der Grundstückseigentümer. Oben ein Schaubild des Bundesministeriums von Herrn Dobrindt.

Die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten vom 30. März 2017 hat es in sich. Der heute der Polizei Miesbach übermittelte Flug der Kameradrohne vom 6. Mai war also eigentlich nicht mehr mit den Aufnahmen möglich.

 

Die anfängliche Vermutung der Anwohner: hat da jemand für das seit Jahren diskutierte Hotelprojekt auf den Tennisplätzen und im Kurpark neben der Vitalwelt vielleicht Aufnahmen gemacht? Ist es jetzt etwa soweit? Ein Anwohner schrieb an das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Miesbach.

„Sie (Anm. der Redaktion: die Drohne) hielt kurz in etwa 2m Höhe über unserem Gartenhaus, drehte dann um 90 Grad nach Süden und wurde von einem Herrn, der von der Perfallstraße aus das Gerät steuerte … in Empfang genommen. Die Kamera war beim Überfliegen der drei Grundstücke auch gegen die drei Häuser gerichtet, die zu den betreffenden Grundstücken gehören.“ Die Antwort auf den zur Rede gestellten Drohnenpiloten war kurz: er habe nur die Perfallstraße aufgenommen. Und ab durch die Mitte in Richtung Vitalwelt eilte er.

Einsatz der Drohne genehmigt?

Interessant ist nach Aussagen der Anwohner die Antwort der Person, die am Polizeitelefon in Miesbach antwortete: „Man habe einen Anruf mit einer Nachfrage schon erwartet. Der Einsatz der Drohne samt Kamera sei genehmigt gewesen, um den an der Perfallstraße liegenden Tennisplatz zu fotografieren.“

Komisch, gibt es doch genügend Luftbilder des Tennisplatzes auf dem Internet und da gibt es sicher auch die Möglichkeit, Rechte käuflich zu erwerben. Da bleibt also nur die letzte Frage der Anwohner an die Polizei: „Wer ist der Auftraggeber für diese Kameraaufnahmen?“

Übrigens in eigener Sache: Die auf unserer Homepage verlinkten bewegten Bilder des „Flug über den Schliersee“ sind vor der Drohnen-Verordnung entstanden.