Bürgermeister Schnitzenbaumer an „Schwarzbau“ beteiligt?

Die in unserem Blatt schon öfters zitierte Baugrube in Fischhausen – mit Bürgermeisterbeteiligung in diversen Schattierungen – kommt nun sogar als Sonderbau und somit in dem derzeitigen Stadium, volkstümlich ausgedrückt, als „Schwarzbau“ daher. Ein solcher Sonderbau mit mehr als 12 Betten ist nach der Bayerischen Bauordnung baugenehmigungspflichtig und somit war der Baubeginn durch das vom Bürgermeister selbst auf den Weg geschickte Genehmigungsfreistellungsverfahren nicht gesetzeskonform.

In dem bereits gestern zitierten anwaltlichen Schreiben von beeinträchtigten Nachbarn wurde festgehalten: „Schon nach dem (inzwischen aufgehobenen) Änderungsbeschluss des Marktgemeinderates vom 21.09.2016 wurde mit dem Bau des Beherbergungsbetriebs unverzüglich begonnen. Nach Auskunft des Marktes Schliersee sei keine Baugenehmigung hierfür erteilt worden, da man davon ausgegangen sei, dass die Voraussetzungen für eine Genehmigungsfreistellung gemäß Art. 58 BayBO erfüllt seien. In Wirklichkeit handelt es sich derzeit bauplanungsrechtlich eindeutig um einen Fall des § 35 Abs. 2 BauGB. … In Bauvorlagen waren 12 Gastbetten eingezeichnet. Ein Blick auf die Grundrisse im Eingabeplan zeigte jedoch, dass die Raumgrössen auf eine deutlich höhere Anzahl von Gastbetten und damit auf einen Sonderbau nach Art. 2 Abs. 4 Nr. 8 BayBO hindeuten. Die Gästezimmer im Dachgeschoß waren allesamt in den Bauvorlagen als Einzelzimmer dargestellt, obwohl sie Raumgrößen bis zu rund 29 qm aufwiesen. Bei Raumgrößen ab ca. 14 qm ist jedoch grundsätzlich von 2 Gästebetten auszugehen, auch wenn in den Bauvorlagen diese als „Einzelzimmer“ bezeichnet sind.“

Eigentlich wäre es doch für den Tourismus in Schliersee vorteilhaft, wenn es mehr Betten geben würde. So wurde ja auch der Antrag für dieses sehr spezielle Bauvorhaben auf einer landwirtschaftlich genutzten Wiese im Landschaftsschutzgebiet mit Bürgermeisterbeteiligung begründet. Da ist ein geneigter Beobachter durchaus erstaunt, dass der im Baurecht eigentlich kundige Bürgermeister Schnitzenbaumer sich so einen gravierenden Schnitzer leistet.

Man sollte doch eigentlich in seiner Person und Position als auch noch selbst unterschreibender Bürgermeister mit einem guten Beispiel vorangehen. Hier hingegen benutzt er gerade eine Brechstange und macht sich entweder zum rüpelhaften Cowboy oder er bestätigt, dass es mit den Fachkenntnissen doch nicht soweit her ist.

Das leuchtet doch jedem Laien ein Herr Bürgermeister: Ein Haus mit einer Grundfläche von 25 auf 15 Metern macht doch ganze 375 qm pro Geschoss. Der Keller hat fast ein Dutzend Fenster und ist voll nutzbar, es wurde sogar um über 50 qm illegal vergrössert um auch noch die Garagen voll unterkellern zu können. Keller, Erdgeschoss und 1. Stock sind bereits drei mal 375 qm. Das Dachgeschoß hat auch nochmal mindestens 250 qm, da kommt man auf – summa summarum – knapp 1.400 qm Nutzfläche.

Fast 1.400 qm Nutzfläche für 12 Gastbetten und eine Betreiberwohnung scheint doch ganz fürstlich zu sein. Irgendetwas geht in dieser Gleichung einfach nicht auf. Vielleicht gibt es ja auch noch einen großen Ballsaal oder ein großes Kino in dem beabsichtigten Beherbergungsbetrieb. Wir bleiben dran.

Eine Antwort auf „Bürgermeister Schnitzenbaumer an „Schwarzbau“ beteiligt?“