Jahrestag und Gedanken zu Ostern

An gleicher Stelle vor genau einem Jahr war folgender Beitrag zu lesen: Kroha / Sixtus / Lebensart. Zu dem Jahrestag und der Möglichkeit der Sammlung der Gedanken zu einem Fest wie Ostern sei dieser nun schon über 40 Jahre alte Fernsehbeitrag vom Klassiker Dieter Wieland aus dem Jahr 1975 zu empfehlen. Die Dokumentation auf BR alpha von 14 Möglichkeiten für die Zerstörung gewachsener Dorfbilder und von Bausünden in bayerischen Dörfern: Unser Dorf soll hässlich werden.

Letztes Jahr erhielt der nun 80-jährige Dokumentarfilmer Dieter Wieland für seine besonderen Leistungen und sein Lebenswerk für den Denkmalschutz sowie den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften den alle zwei Jahre ausgelobten Lessing-Preis: „Bekannt wurde Dieter Wieland durch die Dokumentarfilmreihe Topographie, die ab 1972 in der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ im Bayerischen Fernsehen gezeigt wurde. In dieser Reihe sind über 250 Filme erschienen. Wielands Filme heißen u.a. „Unser Dorf soll häßlich werden – Ein Beitrag zum Europäischen Denkmalschutzjahr“ (1975) und „Hilfe! – mein Haus ist ein Denkmal“ (1976) oder „Grün kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen“ von 1983. Seine mehrteilige Fernsehreihe „Bauen und Bewahren“, für die er ab 1984 Filme drehte, fand auch bundesweit große Beachtung. Nach Auffassung der Jury hat Wieland seit den frühen 70er Jahren mit einer großen Zahl von Filmen auf einzigartige Weise Architektur- und Bebauungskritik geübt und dabei ein genaues Schauen auf die Sache und intellektuelle Kritik miteinander verbunden. In ruhiger und unaufdringlicher Kameraführung kombinieren seine Filme die Ästhetik des unabhängigen Dokumentarfilms mit der Tradition bayerisch-österreichischer Sprachkritik. Wieland hat ein ganz eigenes Genre geschaffen; seine Kritik an Landschaftszersiedelung und Dorfzerstörung, an der Unwirtlichkeit der Städte und den gesichtslosen Bausünden der Architektur greift weit über die Heimatpflege in die allgemeine Kulturkritik aus. (…) Dieter Wieland hat das Medium des Fernsehens als kritisches Genre für den Erhalt gewachsener Lebensräume genutzt, ohne persönlich zu verletzen.“

Dieser Beitrag in unserer Schlierseer Zeitung vor einem Jahr war – im historischen Kontext für Schliersee – auch der Auftakt zum erfolgreichen Bürgerbegehren gegen die Zersiedelung der Landschaft durch die geplante Errichtung einer Produktionsanlage diverser Cremes im Landschaftsschutzgebiet mit Biotop direkt am Schliersee. Wir danken an dieser Stelle Dieter Wieland für seine Inspiration zum dem Thema Erhalt unserer Kulturlandschaft.