Heimatmuseumsanbau – eine Ente oder zwei?

Die Vorbereitungen zum Euro 3,1 Millionen teuren umstrittenen Anbau ans Heimatmuseum schreiten zügig voran. Wahrscheinlich ist dies das letzte Mal für das Entenpaar, dass ihr „Biotop“ um das Heimatmuseum genutzt werden kann. Die Mauer des Museums ist seit letzter Woche in 17 Segmente unterteilt und wird mit Beton „unterfüttert“.

Der Bürgermeister hat nun vor Baubeginn eingestehen müssen, was man im Ort schon seit einem halben Jahr weiß: Der geplante Kindergarten kann bautechnisch nicht zum Schuljahresanfang 2017/18 im September fertiggestellt sein. Zwischenzeitlich wurden sogar Container als Zwischenlösung für die beiden neuen Kindergartengruppen debattiert. Dies ist Gott sei Dank vom Tisch.

Das Schlierseer Schulhaus wird also eine Interimslösung werden, solange die Euro 1,2 Millionen teure Investition für die beiden neuen Kindergartengruppen nicht zum Einzug bereit ist. Der 24. April war ursprünglich als Baubeginn angesetzt. Die Vorbereitungen dazu laufen seit über einer Woche auf Hochtouren.

Zuerst kam der Bauzaun, dann der Baustrom, Graffiti mit 17 Segmenten auf der Mauer des Heimatmuseums, die Hinterfüllung der einzelnen Segmente mit Beton zur Stützung der jahrhundertealten Mauer, etc.

Was hat sich inzwischen an der Planung geändert? Der Keller wird kein Souterrain werden, die Schlierseer Blasmusik wird als Übungsraum den Saal im Obergeschoss erhalten. Die Raumhöhe des Kellers im Anbau an das Heimatmuseum wird nicht hoch genug sein, dass die ursprünglich vom Bürgermeister an die Schlierseer Blasmusik zur exklusiven Nutzung ausgelobten Räumlichkeiten genutzt werden können. Der Keller wird also mehr oder weniger nur eine Abstellfläche, eine teure Abstellfläche.

Zieht man von den der Kostenschätzung des Architekten Wegmann in Höhe von Eure 3,1 Millionen für den gesamten Anbau die Euro 1,2 Millionen für das Erdgeschoss – das die beiden Kindergartengruppen beheimatet – ab, so verbleibt ein Betrag in Höhe von Euro 1,9 Millionen.

Was bekommen die Bürger für diesen enormen Betrag? Einen Keller, der nur eingeschränkt genutzt werden kann, und einen Saal im Obergeschoss, der der Schlierseer Blasmusik als Übungsraum zur Verfügung stehen wird. Schön für die Blasi, zu hinterfragen ist aber immer wieder, ob diese riesige Investition in das Lieblingsprojekt vom Duo Schnitzenbaumer / Wegmann wirklich Sinn macht.

Die Finanzen der Gemeinde geben eine derartige Geldverschwendung eigentlich nicht her. Die Haushaltsdiskussionen in der nächsten Gemeinderatssitzung werden sicherlich eine weitere Aufklärung dazu bringen.

Der Baupreis pro Quadratmeter genutzten Raumes ist irrsinnig. Gute Euro 6.000 pro Quadratmeter kostet also die wirklich nutzbare Fläche im Obergeschoss, der Saal. Was könnte man für dieses Geld mit der Schlierseer Schule machen?

Schade ums Heimatmuseum, schade um die „alte“ Schule.