Fischhausen – Bebauungsplan-mäßig bis Wahnsinn!

Nach Artikel 49 Bayerische Gemeindeordnung trat der Bürgermeister wegen persönlicher Beteiligung bei der Diskussion und Abstimmung um diesen Punkt aus. Seine Beteiligung an dem derzeitig heiß diskutierten Bauvorhaben in Fischhausen zieht nun doch weitere Kreise als vom Bürgermeister gewünscht. Selbst einzelne Mitglieder des Gemeinderates, auch aus der CSU und der DS (die mehrheitlich für dieses Monstrum gestimmt haben), bekommen zwischenzeitlich Zweifel.

Hinter vorgehaltener Hand wird viel im Ort gemunkelt. Da schadet es nicht, ein wenig Licht in die verworrene Situation zu bringen. Die Baugrube scheint derzeit das ganze Grundstück auszufüllen. Die Garage wird auch unterkellert, nicht zuletzt um Flächen für einen Wellnessbereich zu schaffen, die ein Haus der selbst gesetzten 5 Sterne-Kategorie für Ferienwohnungen mitbringen muss.

Wie groß wird eigentlich das Gebäude an dieser Stelle? Das Baufenster erlaubt einen 25 Meter langen Riegel mit 15 Meter Breite, summa summarum 375 qm Grundfläche. Dann nochmal einen ersten Stock mit gleicher Grundfläche darauf plus die anteilige Fläche im Obergeschoss, die als Wohnfläche genutzt werden kann. Dies addiert sich dann über 900 qm Wohnfläche, wenn das Bauvorhaben die Maximalgrenzen austestet. Nach der Baugrube und dem Keller zu urteilen ein durchaus richtiger Ansatz. Zuzüglich eines üppigen Kellergeschosses mit weit über 400 qm ergibt sich eine erstaunliche 1.300 qm Nutzfläche – oder mehr. Wahnsinn!

Dies wird flankiert von bis zu 190 qm Garagen zusätzlich. Der in die weitere Änderung geschickte Bebauungsplan von letzter Woche sieht vor: „Die Überschreitung der maximal zulässigen Grundflächenzahl … durch Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten sowie Nebenanlagen im Sinne von § 14 BauGB ist gemäß § 19 (4) BauNVO um bis zu 50 % zulässig.“

Die Grundstücksgröße mit 1.500 qm kann also zu über einem Drittel versiegelt werden. Nicht mehr viel ist also von dem ursprünglich geplanten kleinen Haus mit Ferienwohnung, der zurückgezogenen Planung aus dem Jahr 2014, übrig. Damals wären es mit 12 auf 10 Meter nur ein Drittel der Grundfläche des jetzigen Bauvorhabens gewesen. Das hätte vielleicht in die Landschaft gepasst – mit einem Auge zudrücken und einem Einheimischenvorteil.

Aus den gigantischen Dimensionen ist es auch erklärlich, dass die nötigen Ausgleichsflächen nicht auf dem eigenen Grundstück möglich sind. Eigentlich wären 750 qm Ausgleichsflächen nötig, da das Bauvorhaben ja im Bereich des Landschaftsschutzgebietes liegt und die Herausnahme durch das Landratsamt an Bedingungen geknüpft war.

„Durch bauliche Maßnahmen im Geltungsbereich des Vorhabens finden Eingriffe in Naturhaushalt und Landschaftsbild statt“, so die Erklärung im Bebauungsplan. „Als Eingriffsfläche wird das Flurstück 1283/3 der Gemarkung Schliersee gewertet. Es handelt sich um etwa 1.500 qm intensiv genutzte Weidefläche.“ So mußte sich der Bauwerber im Gemeindegebiet eine andere Ausgleichsfläche besorgen: „Die Ausgleichsfläche liegt auf einer Teilfläche des Flurstücks 1399/24 der Gemarkung Schliersee. Es handelt sich um Intensivgrünland zwischen dem Heukreuthgraben und der Bodenschneidstraße.“

Der Bebauungsplan sieht also keine mäßige Bebauung vor, sondern eher eine übermäßige Versiegelung!

Fortsetzung folgt!