Die Brücke an der Schlierach

Die Bauausschusssitzung vom 22. September 2015 ist schon eine geraume Zeit her, aber in der letzten Woche wurden nun einfach Tatsachen geschaffen. Unter Tagesordnungspunkt 15 las sich damals lapidar: „Neubau einer privaten Fußgängerbrücke über die Schlierach zur Erschließung der FlNr. 840/5 – Antragsteller: Anneliese und Michael Reinthaler“.

Eigentlich sollten Namen nach dem Bayerischen Datenschutzgesetz geschützt sein. Aber hier macht der Markt wieder einmal alles seit Jahr und Tag anders. Dieser Problematik des Datenschutzes und der Öffentlichkeit / Nichtöffentlichkeit werden wir Artikel in der Zukunft widmen. Normalerweise würden Namen geschwärzt. Aber wir können die Daten an dieser Stelle getrost veröffentlichen, da sie ja bereits über die Gemeinde in die Öffentlichkeit gelangten.

Nun aber zurück zur – wie im obigen Bild gut zu sehen – schon damals geplanten, aber seinerzeit abgelehnten billigen und verschandelnden Brückenkonstruktion. Den genauen Hergang der Diskussion und des Beschlusses können Interessierte Gemeindebürger im Rathaus in den öffentlichen Protokollen zum Bauausschuss nachlesen. Diese sind leider immer noch nicht auf dem Internet für die Öffentlichkeit verfügbar. Die Nachfrage einiger Leser würde den Druck ein wenig erhöhen, diese Erleichterung und Arbeitsvereinfachung für die interessierte Öffentlichkeit bereitzustellen.

Eigentlich sind solche selbstgestrickten Brücken über die Schlierach verboten, dennoch gibt es einige. Aber die anderen sind in privaten Grundstücken und keine verunstaltet den Ort derart gravierend.

Es gab eigentlich in der damaligen Sitzung den einstimmigen Beschluss des Bauausschusses, dass ein „Runder Tisch“ mit allen Anliegern einberufen wird, damit die bisher illegale Situation der Zuwegung zu einem eigentlich nicht erschlossenen Grundstück ordentlich geregelt wird. Der Bürgermeister hat diesen Beschluss nie umgesetzt und sich dagegen verwehrt, Jetzt scheint er eine Lösung mit den Brückenbauern und Grundstückseigentümern gefunden zu haben. Nach dem BGB gibt es zwar immer für eingeschlossene Grundstücke wie dieses, die keine Geh- und Fahrtrechte besitzen, ein Notwegerecht. Aber diese Aktion zeigt einmal mehr, dass in Schliersee einfach alles gangig gemacht werden kann, wenn der politische Wille stimmt.

Sicherung zur Schlierach, eine Art Leitplanke, und im Gemeindeeigentum einfach abgeflext, nach dem Motto: Mir san mir. Ohne Worte. Nicht nur die in den Kutschen vorbeifahrenden Touristen werden sich ihren Teil über die Verschandelung des Ortes denken.

So schaut es dann fertig aus – getreu dem Motto. „Unser Ort soll schöner werden“: