Gäste-Information Schliersee – Zahlen und Fakten

In der gestrigen Marktgemeinderatssitzung wurde durch den Leiter Matthias Schrön der Sachstand und die Zahlen vorgestellt. Die Gästeankünfte stiegen von 2015 zum letzten Jahr um rund 6.000 auf 146.739. Dies schlug sich in den Übernachtungszahlen jedoch nur unwesentlich nieder. Diese stiegen von 466 auf 468 Tausend im Jahr 2016. Dies alles bei einer ausgewiesenen Bettenzahl von 3.871.

Gab es in der Blütezeit vor der Wiedervereinigung Deutschlands in Schliersee noch gut 5.000 Betten und Übernachtungszahlen von um die 635.000, so ging die die Auslastung doch ein wenig zurück. Rechnerisch waren im Durchschnitt in den Bestjahren 127 Übernachtungen pro verfügbarem Bett, heute sind es knapp 121, also 5 % weniger. Die Basis der Berechnung hat sich aber auch geändert, so sind etwa früher die Übernachtungszahlen der diversen Ferienheime nicht berücksichtigt gewesen, also die echte Gästezahl pro Fremdenzimmer und Hotelbett deutlich höher zu veranschlagen als heute.

Die stärksten Monate sind erfahrungsgemäß der Juli mit knapp 15% vom gesamten Jahresaufkommen, gefolgt vom August, September und Oktober. Die schwächsten Monate über die Jahre gesehen sind zuerst November und dann der April. Hier pries der Leiter der Gäste-Information in der Vorstellung sein Lieblingsobjekt an, das Online-Magazin: http://magazin.schliersee.de

Nach Aussagen Schröns „tummeln sich 400 am Tag“ auf dieser Plattform. Da schauen unsere eigenen täglichen Artikelzugriffe auf der Schlierseer Zeitung in genau der gleichen Höhe ganz respektabel aus. Speziell, da das Schliersee Magazin 10 freie Mitarbeiter hat. Wir werden dieses Magazin bei uns unter dem Feuilleton verlinken, da es etwas zu den Bereichen Veranstaltungen, Kultur, Genuss und Erlebnisse bietet, das sich in unserem kleinen Blättchen tummeln kann.

Ein Steckenpferd unseres Leiters der Tourist-Info sind die sozialen Medien, speziell Facebook. Fraglich und nicht überzeugend dargelegt in seinem Vortrag wurde, ob 757 Posts, 121´Likes, 2.170 Kommentare, 5.895 Shares und 630 Fans wirklich etwas für die Tourismusbranche in Schliersee bringen. Die größte angesprochene Zielgruppe von 35 bis 44 ist zu zwei Drittel weiblich. Seit Jahren noch nicht geklärt ist die Zielgruppendiskussion in Schliersee, wen will man eigentlich mit den Aktivitäten der Gäste-Information über Facebook erreichen? Der Gemeinderat hat es bisher immer vermieden, die verantwortlichen Touristiker für den Ort auf eine Strategie festzuzurren, die eine gezielte Vermarktung des Potentials von Schliersee ermöglicht.

Aber die Likes und Shares gehen scheinbar vor. Die Geschichten um den Schlierseer Dorfanger (mit einer Bepflanzung des Beetes im April) nimmt sich da schon sehr dünn aus. Der Schlierseer Gartenzauber hatte knapp 4.000 Besucher und wird im Jahr 2018 wiederholt. Der Schlierseer Kulturherbst mit 3.000 Zuschauern, 21 Veranstaltungen und 69% Auslastung hatte 6 ausverkaufte Vorstellungen. Die Schlierseer Originale mit dem Schlierseer Dirndl, der Weste und der Tasche haben durchaus Lokalkolorit. Jedoch sieht man von den Auswirkungen davon auf der Straße herzlich wenig.

Viele kleine „Nadelstiche, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen“, so Schrön. In einer eingehenden Analyse scheint jedoch der soziale Medienauftritt der Gäste-Information auf Facebook eher ein Steckenpferd der Beteiligten zu sein, mit wenig Auswirkung auf die Übernachtungszahlen. Sinnvoll wäre einmal für die Gemeinde eine breit angelegte Befragung der Gäste, die wissenschaftlich ausgewertet wird. Erst danach kann man wirklich mehr über die Defizite in der Vermarktung herausfinden und die Stärken nutzen.