Heimatmuseum – Anbau, Ausschreibung und Zeitplan

In der nicht-öffentlichen Marktgemeinderatssitzung vom 21.09.2016 ging es unter laufender Nummer 208 um die Erweiterung des Heimatmuseums und die Beauftragung der Architekten- und Ingenieurleistungen. Am 22. November wurde dann der Sachstand vorgestellt. Nun soll es am 24. April mit dem Aushub losgehen und am 28. Juli dann fertiggestellt sein.

Der Marktgemeinderat Schliersee beschließt in der nicht-öffentlichen Sitzung vom September, das Architekturbüro Johannes Wegmann in Schliersee mit den erforderlichen Architekten- und Ingenieurleistungen für die geplante Erweiterung des Heimatmuseums zu beauftragen. Die Beauftragung dieser Generalplanungsleistungen erfolgt unter der Bedingung, dass das Architekturbüro Wegmann alle erforderlichen Arbeiten zeitgerecht erbringt. Ziel hierbei ist es, dass die Nutzung des zweigruppigen Kindergartens in dem Erweiterungsbau zum 01.09.2017 aufgenommen werden kann. Der zu schließende Architekten- und Ingenieurvertrag hat entsprechende Fristen zu beinhalten. Sollte das Architekturbüro Wegmann die zeitgerechte Leistungserbringung nicht gewährleisten können, ist das Architekturbüro Gerhard Krogoll in Schliersee mit den Architekten- und Ingenieurleistungen zu beauftragen.

Unter der laufenden Nummer 255 wurde im November berichtet:

Der beauftragte Architekt, Herr Johannes Wegmann stellt die zwischenzeitlich beim Staatlichen Bauamt am Landratsamt Miesbach eingereichte Genehmigungsplanung für den Anbau an das Heimatmuseum mit integriertem 2-gruppigen Kindergarten vor. Das hierzu erstellte Brandschutzgutachten sowie die Entwässerungsplanung liegen der Genehmigungsbehörde ebenfalls bereits vor. Der für den Kindergartenbetrieb erforderliche Mehrzweckraum wird in der unmittelbar angrenzenden Turnhalle der ehem. Schule Schliersee untergebracht. Hierzu sind bestimmte Sanierungsmaßnahmen an dem Bestandsgebäude erforderlich, die den langfristigen Erhalt der Turnhalle in der Ortsmitte von Schliersee erfordern.

Nach der Kostenberechung vom 02.11.2016 betragen die Kosten für den Anbau an das Heimatmuseum Schliersee mit integriertem 2-gruppigen Kindergarten ca. 3,11 Mio. €. Hierbei handelt es sich um Bruttogesamtkosten, d. h. einschließlich Ausstattung, Baunebenkosten und Umsatzsteuer. Der Anteil an den Bruttogesamtkosten für den 2-gruppigen Kindergarten beträgt ca. 1,2 Mio. €. Die Bruttogesamtkosten für die Sanierung der Turnhalle wurden mit ca. 317.000 € berechnet. Sowohl für den Anbau an das Heimatmuseum, sowie die Sanierung der Turnhalle wurde von der Förderstelle an der Regierung von Oberbayern der vorzeitige Maßnahmenbeginn genehmigt.

Auf Nachfrage des Vorsitzenden informiert Herr Wegmann über seine Untersuchungen im Zusammenhang mit einer Sanierung des Gebäudes der ehem. Schule Schliersee. Herr Wegmann weist darauf hin, dass bei einer Sanierung mehrere Aspekte zu berücksichtigen sind. Insbesondere sind die Belange des Brandschutzes, des Wärmeschutzes, der Statik, etc. zu berücksichtigen. Die Erneuerung von Fenstern, Böden, etc. ist keinesfalls ausreichend, nachdem es sich hierbei baurechtlich um einen sog. Sonderbau handelt. Aufgrund des Volumens des Bestandsgebäudes müssten in die Hülle neue Strukturen implementiert werden. Nach den überschlägigen Ermittlungen durch das Architekturbüro Wegmann ist mit Kosten für die Sanierung in Höhe von ca. 3,8 Mio. € zu rechnen. Bei diesen Ermittlungen wurde von der Integration eines 2-gruppigen Kindergartens im Erdgeschoss, Vereinsräumen im Obergeschoss und Wohnungen im Dachgeschoss ausgegangen. Bei der Kostenschätzung für das Obergeschoss und das Dachgeschoss wurde vom einfachsten Ausbaustandard ausgegangen.

Auf Nachfrage von GR Dürr informiert Herr Wegmann darüber, dass nach der Entkernung des Bestandsgebäudes nicht von einem Wert für einen Rohbau ausgegangen werden kann. Wie beispielsweise bei der Errichtung der Fluchttreppen im Erdgeschoss festgestellt wurde, handelt es sich in diesem Bereich um starke Umfassungswände in Natursteinmauerwerk. Herr Wegmann weist nochmals ausdrücklich auf die Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit einer Sanierung des Gebäudes hin. Ebenfalls auf Frage von GR Dürr berichtet Herr Wegmann, dass das Bestandsgebäude eine Bruttogeschossfläche von ca. 7.000 m2 (Anmerkung der Redaktion: dies ist natürlich nicht korrekt im Protokoll der Gemeinde, denn es sind nur gut 2.000 qm, also mehr als dreimal so viel wie die Erweiterung des Heimatmuseums an Fläche bringen wird) aufweist; der geplante Anbau an das Heimatmuseum beinhaltet eine Bruttogeschossfläche von ca. 950 m2.

Für GR Höltschl J. ist eine Sanierung des ehem. Schulgebäudes mit den damit verbundenen Problemen nicht vorstellbar. GR Höltschl J. spricht sich dafür aus, an dem beschlossenen Anbau an das Heimatmuseum festzuhalten.

Für GR Waas sind die emotionalen Bindungen an das alte Schulhaus nachvollziehbar. Die Nostalgie dieses Gebäudes ist allerdings nach der Verlegung der Schule nicht mehr gegeben. Eine schulische Nutzung dieses Gebäudes wird auch nicht mehr erfolgen. Die von Herrn Wegmann dargestellten Kosten für die Sanierung dieses Gebäudes sind für GR Waas nachvollziehbar und daher nicht verhältnismäßig. GR Waas ist glücklich darüber, dass in dem Anbau an das Heimatmuseum ein Kindergarten integriert wird und durch diese Nutzung weiterhin die Turnhalle in Schliersee erhalten bleibt. Bei dieser kleinen Turnhalle handelt es sich um eine wichtige Infrastruktureinrichtung, insbesondere auch für ältere Bürgerinnen und Bürger. Für GR Waas stellt das ehem. Schulgebäude mit dem dazugehörigen Grund einen erheblichen Wert dar. Sollte im Erdgeschoss der notwendige Kindergarten eingerichtet werden, wäre dieses Objekt für künftige Nutzungen stark eingeschränkt.

GR Dürr bittet Herrn Wegmann um Auskunft, ob der Anbau an das Heimatmuseum mit dem Vereinsvorstand der Heimatfreunde Schliersee abgestimmt ist. GR Dürr verweist hierzu auf Ziffer 2.2 der Nutzungsvereinbarung zwischen dem Markt Schliersee und dem Heimatfreunde Schliersee e. V. vom 29.12.1982. Herr Wegmann informiert darüber, dass die Planung dem Vorsitzenden der Heimatfreunde Schliersee e. V. vorliegt und erläutert wurde. Nach Ansicht von GR Weitl wurde der Schlierseer Bürger bei diesem Vorhaben nicht mitgenommen. Für GR Weitl stellt sich die Frage, warum dies nicht geschehen ist.

Der vorgesehene Baubeginn am 24. April hat unterschiedliche Gründe: Die Baumeisterarbeiten mußten öffentlich ausgeschrieben werden. Diese sind in der elektronischen Vergabeplattform des Bayerischen Staatsanzeiger unter Bekanntmachung 2017-02-0070300 zu finden.

Am 17. Februar wurde der Hochbau und der Tiefbau ausgeschrieben. Der Einreichetermin der Bieterunterlagen muß bis zum 14. März um 14:00 Uhr im Rathaus erfolgen. Die Bindungsfrist läuft für 30 Tage nach Angebotsabgabe. Das Leistungsverzeichnis für das Projekt Nummer 3210 – 2017 „Neubau eines zweigruppigen Kindergarten an das bestehende Heimatmuseum“ ist sehr ambitioniert.

Zum Bauvorhaben allgemein: Das Heimatmuseum in Schliersee soll erweitert werden.

Die Nutzung im Keller wird ein Proberaum für die Schlierseer Musikkapelle, ein Gemeindearchiv, div. Lager- und Haustechnikräume sein.

Das Erdgeschoß wird als zweigruppiger Kindergarten genutzt.

Im Obergeschoß ist eine Museumserweiterung zum bestehenden Heimatmuseum geplant.
Als Fläche steht der Bereich Südwestlich des bestehenden Heimatmuseums zur Verfügung.

Nach der Einbringung des Verbaus im Südwesten des Areals (Straße) sowie Ausführung der Erdarbeiten, Unterfangung der westlichen Giebelwände des Heimatmuseums kann dann mit den eigentlichen Baumeisterarbeiten begonnen werden.

Diese Ausschreibung beinhaltet neben den Baumeisterarbeiten einige Begleitleistungen wie Baustelleneinrichtung, Isolierarbeiten, Sonstige Schutzmaßnahmen oder die Fundamenterdung.
Eine genauere Auflistung ist weiter unten beim Leistungsumfang Baumeisterarbeiten aufgeführt.

Die Arbeiten an der Außenhülle als KLH Holzwand ab dem Obergeschoss, sowie Zimmerer- und Innenausbau, werden gesondert ausgeschrieben und beauftragt. Ebenso die Leistungen der Haustechnik, und der Freianlagen.

Die Logistikleistungen wie Bauzaun, Strom- und Wasserversorgung, oder Bereitstellung des Baukranes laufen über die reine Bauzeit Baumeister hinaus, bis zum Ende der Arbeiten im vierten Quartal 2017.

Der Kindergarten wird also nicht zum Schuljahresbeginn fertig sein, da die Arbeiten erst ab frühestens Oktober beendet sein werden, so zumindest die Ausschreibung.

Diese Gewerke sind dabei erfaßt: Baustelleneinrichtung, Unterfangung Giebelwand Heimatmuseum, Gerüstarbeiten, Stahlbetonarbeiten, Treppen Kellergeschoss, Treppen Erdgeschoß, Baustahl, Mauerwerk aus Mauerziegel, Erlus Ziegel Überdruckabgasleitung mit Multifunktionsschacht Titel, provisorische Bauwerksabdichtungen, Endungsanlagen, Isolierarbeiten, sonstige Schutzmaßnahmen und Regiearbeiten.

In einer beschränkten Ausschreibung werden der Aushub, die Zimmererarbeiten und die Elektroplanung vergeben. Da besteht dann der ortsübliche Spielraum, eigene Leute zu berücksichtigen.