Gasthof zur Post – Umbau genehmigt

Sehr lange hat es gedauert und die Investorengruppe um den Immobilienhai Kroha hat endlich etwas geliefert, was schon vor Monaten versprochen war. Mit sechs zu eins Stimmen im Bauausschuss wurde der Vorschlag einer Renovierung, Sanierung und eines Umbaus des nun schon über acht Jahre stillgelegten „Gasthof zur Post“ auf den Weg geschickt. Ob was lange währt auch gut wird, das zeigt sich jedoch frühestens nächstes Jahr.

Der Einstieg in die letzte Bauausschusssitzung mit dem Tagesordnungspunkt 5 war schon fulminant. Hatte der für Kroha ImmoInvest engagierte Architekt Wagenpfeil im vorangegangenen Punkt (siehe Artikel der vergangenen Tage) den Bogen in Bezug auf seine Diskussionsteilnahme überspannt, so wurde er hier in seine Schuhe gestellt.

Der Bürgermeister wollte dem Architekten die weitere Möglichkeit geben, das Projekt zu verkaufen, dann fehlte jedoch die Einstimmigkeit des Gremiums, dem Zuhörer das Wort zu erteilen. Gemeinderat Weitl war dann doch dafür, dass die Verwaltung und Bauamtsleitung den Beschlussvorschlag und die weiteren Schritte vortragen sollte. Dies ist auch der eigentliche Vorgang.

Der Unmut des Architekten Wagenpfeil ließ auch nicht lange auf sich warten. Laufend tuschelte er mit der Vertreterin aus der Kroha-Investorengruppe. Keine Manieren, mehr kann man als geneigter Zuschauer dieser Farce nicht dazu beitragen. Anstand war offenbar einmal. Auch der Bürgermeister scheint auf die Gespräche hinter sich im Zuschauerraum nicht zu reagieren, obwohl dies die Abwägung des Beschlusses nicht erleichterte.

Nun zu den Fakten: Es schien gerade so, als ob sich die Vertreter der CSU (Wunderle, Höltschl jun.), DS (Mödl), Grüne (Waas) und SS-Ausschussgemeinschsft (Schauer) die Pläne des Umbaus im Vorfeld nicht angeschaut hätten. Alle waren von einem klar mit rot markierten Rückbau der Mauer an der Bundesstraße begeistert. Diese 40 cm Gewinn an Gehwegbreite auf der engsten Stelle ermöglicht nun auch Kinderwagen nicht auf die Hauptstraße ausweichen zu müssen. Mödl: „Des is guad!“

Da rückte der Rest sichtlich in den Hintergrund. So werden nun Ferienwohnungen genehmigt, auch die frühere Betriebsleiterwohnung wird eine Ferienwohnung. „Es hat doch jemand Verantwortungsgefühl“, war ein Kommentar der Befürworter dieser Änderungen. Waas sichert eine „unvoreingenommene Unterstützung“ zu.

Schade, dass die mahnenden Worte vom Gemeinderat Weitl aus früheren Jahren nicht beherzigt wurden, war der Kaufpreis mit gut Euro 660.000 doch eigentlich ein Schnäppchen. „Ich bin traurig, dass mein Antrag der Gemeinde als Käufer abgelehnt wurde. Es ist anders gelaufen. Wir haben eine Chance für Schliersee vertan“. Dies bewegte ihn auch gegen diesen Beschluss in der endgültigen Form zu stimmen. Die Antwort des Bürgermeisters darauf ist in Anbetracht der ehrgeizigen Heimatmuseumserweiterung um weit über Euro 3 Millionen schon erstaunlich: „Wir hätten keine finanziellen Mittel“.

Nachgearbeitet werden muss bei den Stellplätzen. Die für den Umbau herangezogenen Stellplätze von 1994 sind nicht mehr alle vorhanden, so die Bauamtsleitung. Anzumerken ist, dass in der Zwischenzeit eine neue Stellplatzsatzung erstellt wurde und es bei einer solchen Hinzuziehung erheblich an Stellplätzen mangelt.

Eine gute Nachricht nach der letzten Faschingsfeier für Kinder vor über acht Jahren im historischen Saal des Gasthof zur Post: Der Saal wird somit in der Zukunft wieder eine Verwendung für Feierlichkeiten im Ort finden.