Kroha ImmoInvest trotzt der Bauamtsleitung

Der Antrag auf Neubau von drei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage auf der Flurnummer 1419 (Waldschmidtstraße 16b) ging gegen die Empfehlung der Bauamtsleitung und gegen den Ratschlag des von der Gemeinde engagierten Beraters Architekt Blees durch. Das Ergebnis ist nun die Multiplikation eines Hauses zu 17 Eigentumswohnungen, ohne Erstwohnsitzbindung.

Der Beschlußvorschlag der Verwaltung las sich so: „Der Marktgemeinderat Schliersee hat in seiner Sitzung am 19.07.2016 die Aufstellung eines Bebauungsplans Nr. 76 „Waldschmidt- / Krettenburgstraße“ beschlossen. Anlass war eine Bauvoranfrage auf Neubau von fünf Doppelhäusern und zwei Einfamilienhäusern auf dem Grundstück FlNr. 1421/14. Zur Sicherung der Planung beschloss der Marktgemeinderat eine Veränderungssperre, die am 21.07.2016 in Kraft trat. Mit der Veränderungssperre wurde u.a. beschlossen, dass die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung baulicher Anlagen bis zum Abschluss der Bauleitplanung nicht durchgeführt werden darf. Zur Sicherung einer nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung wird vorgeschlagen, das Grundstück FlNr. 1419 in den Geltungsbereich aufzunehmen und eine Veränderungssperre gemäß § 14 BauGB zu erlassen.“

Auf der anderen Straßenseite durften fünf Doppelhäuser und zwei Einfamilienhäuser, also 12 Wohneinheiten auf einem wesentlich größeren Grundstück nicht gebaut werden.

In den Plänen des Trios von Kroha (Investor) / Wagenpfeil (Architekt) / Alpen Immo (Vermarktung) wären durchaus Korrekturen notwendig, so der die Gemeinde beratende Architekt: „tückische Grundflächenzahlfestlegung“; „man sieht die Baumasszahl nicht, die Baumasszahl fehlt“.

Da erklärt der Architekt Wagenpfeil den „Unwissenden“, so schien er die Räte zu behandeln, dass ein Schwarz-Weiß-Plan die Grundlage ist, die GFZ / GRZ ist erst zweitrangig und mit einer Baukörperlänge von jeweils 16 Metern füge sich die Baumasse in den Innenbereich ein. „Städtebaulich ist es anders nicht zu sehen“. Wagenpfeil ist sehr aufgebracht, da der Ausgang für ihn nicht sicher schien. Er spricht mehrmals einfach als Zuhörer in die Sitzung, ein Unding und gesetzlich nicht erlaubt. Erst als es wirklich widerlich wurde hakte der Bürgermeister ein und schnitt ihm das Wort ab.

Die Erstwohnsitzbindung wurde von Höltschl jun. und vom früheren der CSU angehörenden und dann bei den Grünen angetretenen MGR Waas diskutiert. Natürlich Quatsch mit Soße, da dies nur in einem Bebauungsplan möglich wäre, der ja gegen die ausdrückliche Empfehlung der Verwaltung abgelehnt wurde. Da haben sich beide nicht mit Ruhm bekleckert. Dies hat dann der Bürgermeister auch klarstellen müssen, damit die Verwirrung nicht zu groß wurde: „Erstwohnsitze sind nicht möglich“.

Es war ein bunter Abend. Lustig und traurig zugleich. Ein Schmierentheater vom Feinsten. Kienast will einen losgelösten Bebauungsplan, Wunderle setzt auf eine Entscheidung des Landratsamtes, Wagenpfeil schmeißt einfach einen neuen Satz Pläne auf den Tisch. Blees spielt Wagenpfeil einen Ball zu Schuß und Tor: 4 zu 3 für den Investor Kroha, die Vermarktung über Alpen Immo und einen Bauvorbescheid der bindend ist. Aus einer Einheit machen wir einmal schnell 17 Wohneinheiten. Ein Wermutstropfen: vielleicht läßt sich Kroha ja zu Erstwohnsitzen hinreißen, zu Eigentumswohnungen für junge Familien mit vielen Kindern, da ja bekanntlich die Schule gleich gegenüber ist.