Kroha ImmoInvest GmbH & Co KG und die alte Schule

Seit Monaten ist es öffentlich, aber die Hintergründe scheinen vielen Bürger(inne)n immer noch suspekt. Das Thema Ortsmitte Schliersee wurde bereits im Mai eine Variation reicher: Im Dezember 2015 gab die Kroha ImmoInvest GmbH & Co KG ein scheinbar nur mässiges Angebot über den Kauf der alten Schule und die geplante neue Überbauung (gemunkelt wird im Dorf von Wohnungen) in Schliersee ab, denn es wurde in einer nicht-öffentlichen Sitzung am 10. Mai 2016 vom Marktgemeinderat mehrheitlich abgelehnt.

Unter laufender Nummer 114: „Liegenschaftsangelegenheit; Angebot Kroha ImmoInvest GmbH & Co. KG über den Erwerb des Grundstücks FlNr. 126, Anwesen Lautererstraße 8 (ehem. Schule Schliersee).

Der Marktgemeinderat Schliersee stimmt über die Annahme des vorliegenden Angebots der Kroha ImmoInvest GmbH & Co. KG auf Erwerb des Grundstücks FlNr. 126, Anwesen Lautererstraße 8 ab. Das Kaufangebot ist aufgrund dieser Abstimmung abgelehnt.“

Was war vorgefallen? Gemeinderat Dürr erachtete es für erforderlich, den nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt 15.1 öffentlich zu behandeln. GR Dürr äußerte sein Befremden darüber, dass das Angebot der Kroha ImmoInvest über den Erwerb des Schulgrundstücks in der Lautererstraße auf den 22.12.2015 datiert ist und erst in der Marktgemeinderatssitzung vom 10. Mai behandelt wurde. GR Dürr erachtete dies insbesondere für befremdlich, da sich die Kroha ImmoInvest laut Angebotsschreiben nur bis zum 31.03.2016 gebunden hält. GR Dürr merkte an, dass die verspätete Vorlage des Kaufangebots als Versäumnis des Bürgermeisters und eine Rechtswidrigkeit unter der Bayerischen Gemeindeordnung und der eigenen Geschäftsordnung der Marktgemeinde, die die Kompetenzen des Bürgermeisters klar regeln, sei.

Der Marktgemeinderat Schliersee stimmt mit 6 zu 11 Stimmen über den Antrag von GR Dürr auf Behandlung des nichtöffentlichen Tagesordnungspunktes 15.1 (Liegenschaftsangelegenheit) in öffentlicher Sitzung ab. Der Antrag ist aufgrund dieser Abstimmung abgelehnt.

Und dies alles hängt natürlich mit der mehrheitlich vom Gemeinderat geplanten Erweiterung des Heimatmuseums zusammen, da bei einer günstigeren Sanierung der alten Schliersee Schule kein Handlungsbedarf für einen Abbruch dieses historischen Gebäudes bestünde.

Die Diskussion um eine mögliche Erweiterung des Heimatmuseums wird eine langatmige Geschichte werden und ersten Widerstände zum Erhalt der Schliersee Schule formieren sich bereits. Eine breite Mehrheit in der Bevölkerung ist aus verschiedenen Gründen für einen Erhalt der Schule und gegen einen Anbau an das einmalige Heimatmuseum zu einem astronomischen Preis von derzeit avisierten gut drei Millionen Euro. Ist da vielleicht das nächste Bürgerbegehren im Anmarsch?