Ist die „Heimatzeitung“ Miesbacher Merkur gekauft?

Werte Leserinnen und Leser: machen Sie sich Ihr eigene Meinung aus den Bildern dieses Artikels. Ist die „Heimatzeitung“ Miesbacher Merkur von den Anzeigenkunden Kroha / Sixtus gekauft oder käuflich?

So war das vor einigen Tagen und es geht bis heute noch munter weiter:

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Dann kommt das unten beschriebene „Online-Voting“ des Miesbacher Merkur zum Bürgerentscheid am 9. Oktober.

Hier eine Richtigstellung unserer Redaktion zur Erklärung – es sind korrekterweise zwei Bürgerentscheide, das Bürgerbegehren „Schliersees Schönheit bewahren – keine Produktionsanlagen am See“ und das vom Bürgermeister und 12 Gemeinderäten (aus 20 Gemeinderäten) dann später dagegen gesetzte Ratsbegehren zur Unterstützung der weiteren Versiegelung des Außenbereichs und der Zerstörung von weiterem Landschaftsschutzgebiet mit einem Biotop, das selbst von der Fachbehörde im Landratsamt in einem Gutachten verurteilt wurde.

Also, die beiden Bürgerentscheide sind keine Entscheidung für oder gegen die Wiederansiedlung des 2012 nach Hausham endgültig umgesiedelten Unternehmens Sixtus neu (Investorengruppe Kroha / Lahm / Grill), was mit Sixtus alt (Familie Becker) nur noch den Namen und rund zwei Dutzend frühere Mitarbeiter gemein hat. Leider hat der Miesbacher Merkur diese Stimmungsmache des Bürgermeisters und der Investoren mitgemacht.

1616

 

 

 

 

 

 

Heute wurde um 17:28 (siehe obiger Screenshot) das Online-Voting abrupt beendet und innerhalb von knapp drei Stunden das Ergebnis sowie der eindeutige und nachhaltige Trend von fast drei Tagen auf den Kopf gestellt. Der MM schreibt selbst: „Zunächst ging unser dreitägiges Online-Voting klar in eine Richtung: 58% waren gegen eine Ansiedlung von Sixtus in Schliersee.“

Leider hat der MM hier die von uns festgehaltenen 60 % der Schlierseeliebhaber / Landschaftsschützer und darüber ein wenig geflunkert. Was sind schon ein paar Prozent zu wenig (58 % aus Zeitung).

„Doch mittlerweile hat sich das Stimmungsbild deutlich verändert.“ Erstaunlich, denn um 14:41 sah es noch so aus, 57 % der Befragten wollen die Schönheit Schliersees bewahren und keinen Eingriff für eine Produktionsanlage am See:

1208

 

 

 

 

 

Das bedeutet rechnerisch: 1,616 Stimmen um 17:28 im Vergleich zum Zwischenergebnis mit 1,208 Stimmen um 14:41, also 2 Stunden und 47 Minuten haben dem „dafür“ 397 Stimmen mehr gebracht, von gesamt 408. Also haben sich „dagegen“ und „keine Meinung“ ganze 11 Stimmen geteilt. Das entspricht ja fast der Zufallswahrscheinlichkeit eines Sechsers im Lotto (ohne Zusatzzahl). Übrigens hat „dafür“ für 459 Stimmen davor ganze 33 Stunden gebraucht. Die Kommentare im MM sprechen weiterhin ein klares Bild dazu.

Gut zwei Stunden vor Torschluss war das Ergebnis so eindeutig wie seit fast drei Tagen davor. Dies wird hier belegt. Hier eine Zwischenaufnahme um 10:32 mit 1,032 Stimmen, nur 38 % für das Investment der Kroha ImmoInvest GmbH & Co KG im Landschaftsschutzgebiet am See, das an Sixtus vermietet werden soll.

1032

 

 

 

 

 

Am Tag davor war es auch eindeutig: Diese Momentaufnahme mit 700 Stimmen war vom 6. Oktober um 13:25, also 60 % gegen einen baurechtlichen Präzedenzfall.

700

 

 

 

 

 

 

Interessant ist auch, dass gestern damit ein Eingriff in die Befragung stattgefunden hat. Suggestiv für die Investorengruppe um Kroha wird unterstellt, dass eine Ansiedlung von Sixtus als Mieter sicher Gewerbesteuer und Arbeitsplätze bringt. Eine heikle Aussage, die die Redaktion sicherheitshalber einmal kassierte. Aber wir haben es für die Archive festgehalten.

Weiterhin sei auf die Aussage hingewiesen, „Baurechtlich wäre es ein Präzedenzfall.“

Die schnelle Lösung für die verantwortliche Redaktion schien die Kürzung, „dafür“ oder „dagegen“. Psychologisch nicht wertfrei, wer sind die Guten und wer sind die Bösen?

Festzustellen ist, dass „dafür“ die zitierten 53 % nur mit einem Turbo erreichte, in den letzten drei Stunden wählten ein Viertel der Gesamtheit (rund 400 Stimmen) fast nur „dafür“. in den vorausgegangenen 33 Stunden Online-Voting waren es drei Viertel (rund 1,200 Stimmen), die auf fast drei Tage gleichmässig verteilt zu Gunsten der „dagegen“ waren. Bis drei Stunden vor dem nicht plausiblen Endspurt hatten schon über 700 für „dagegen“ gestimmt (siehe Screenshots oben). Was war da los? Erklären kann dies nur der MM oder Ihr Gefühl. Die Meinungsbildung dazu liegt bei unseren Leser(inne)n!