Ratsbegehren versus Bürgerbegehren – die Informationsveranstaltung

Die Gemeinde hat am Mittwoch ab 19:30 zu einer Informationsveranstaltung / Podiumsdiskussion im Rahmen des Bürgerbegehrens und dem dann dagegen gesetzten Ratsbegehren geladen. Der Mehrzweckraum in der Vitalwelt war überfüllt. Rund 150 interessierte Zuhörer fanden einen Sitzplatz und gut 50 weitere einen Stehplatz vor der Gästeinformation in der Vitalwelt. Am 9. Oktober darf und sollte jeder an der Schönheit Schliersees Interessierte zur Wahl gehen und die drei Kreuze richtig setzen.

Das Ergebnis: Punktsieg für das Bürgerbegehren. Das Ratsbegehren vertreten durch den Bürgermeister Schnitzenbaumer und als Surrogat für die Investorengruppe Kroha / Sixtus war trotz einer (lahmen) Lahm-Einspielung mit Videobotschaft aus Madrid gespalten: Herr Kroha als Investorenvertreter ausgeglichen, Herr Wagenpfeil als Architekt nicht recht sicher und Frau Reindl als Geschäftsführerin von Sixtus vorn am Podium sehr gereizt und fahrig. Der Bürgermeister wollte sich eigentlich zurückhalten, aber dann wurden es die bekannten langen Monologe und auch eine mehrmalige hartnäckige Falschaussage, die er am Ende kleinlaut richtigstellte, weil Frau Wehrmann in diesem Ping-Pong die Oberhand behielt: Der Beschluss des Kreistages zur Herausnahme der notwendigen Grundstücke aus dem Landschaftsschutzgebiet war unter aufschiebenden Bedingungen, dass der Bebauungsplan in Ordnung sei und ein mögliches Bürgerbegehren nicht die Mehrheit bekommt. Sollte also das Ratsbegehren (Sixtus / Kroha im LSG und Biotop am See) gewinnen, dann wird der Beschluss umgesetzt, sollte das Bürgerbegehren gewinnen, dann gibt es keine Herausnahme und keine Produktionsanlagen am See.

Frau Wehrmann war souverän und man erkannte, dass sie mit derartigen Veranstaltungen Erfahrung hat. Die Präsentation war auf den Punkt. Es ginge nicht um ein Nein gegen Sixtus in Schliersee, das Bürgerbegehren und die Bürger-Initiative wollen nur nicht die Versiegelung des Aussenbereichs, die Zerstörung von Landschaftsschutzgebiet mit Biotop und den Anfängen wehren: Will Schliersee wie Tegernseer enden oder die einzigartige Landschaft am See erhalten.

Ein Lob den beiden Vertretern auf dem Podium: die 15 Minuten Präsentation wurden jeweils mit einer Verlängerungsminute eingehalten. So war es ein durchaus guter Start.

In den folgenden eineinhalb Stunden Fragen und Antworten hat der anfangs durchaus solide wirkende Moderator Herr Brunisch aus Warngau leider häufig agitatorische Stellungnahmen durchgehen lassen und die Teilnehmer nicht zu kurzen und prägnanten Fragen aufgefordert. So ist leider die Informationsveranstaltung nicht von vorn (dem Podium) getragen worden wie angedacht.

Ein kurzweiliger Abend, da durchaus neue Erkenntnisse auf den Tisch kamen.

Dazu in weiteren Berichten.