Der Wert von Streuwiesen – wie bei der Debatte Kroha / Sixtus

Aus dem Erläuterungsbericht des Gewässerentwicklungskonzeptes der Marktgemeinde Schliersee  vom Juli 2010 ist folgender Sachverhalt zum besseren Verständnis – der zeitweilig hitzigen Diskussion in Bezug auf die angestrebte Bebauung des Landschaftsschutzgebietes mit dem Biotop – wörtlich übernommen:

„Maßnahmen auf Feuchtwiesen“ -> s.S. 79: http://www.rathaus.schliersee.de/uploads/media/Erlaeuterungsbericht_01.07.2010.pdf

„Auch kleine Restflächen von Streuwiesen sind aus naturschutzfachlichen Gründen vorrangig erhaltenswert, da sie Trittsteinfunktion für Flora und Fauna der Feuchtbiotope besitzen und einen wesentlichen Ausgangspunkt für die Biotopvernetzung darstellen. Auch als Pufferzonen gegen Nährstoffeintrag in die Gewässer erfüllen die Streuwiesen eine sehr wichtige Funktion.
Durch eine Spätsommer- oder Frühherbstmahd können bestehende extensive Grünlandstrukturen dauerhaft offengehalten werden. Feuchtes Extensivgrünland sollte zweimal im Jahr in den Monaten Juni und August gemäht werden. Streuwiesen sind je nach Bedarf in einem 1 – 3 jährigen Turnus zu mähen. (Biotopkartierung). Die wiederkehrende Maßnahme wird an Gewässern vorwiegend für die Saumbereiche der Ufer und Böschungen eingesetzt, um das bestehende Landschaftsbild und besonnte, gehölzfreie Gewässerabschnitte zu erhalten. Das Mähgut ist für zwei bis vier Tage in Haufen zwischenzulagern, damit enthaltene Tiere noch abwandern können, und anschließend fachgerecht als Tierfutter, Einstreu- oder Kompostmaterial zu entsorgen. Eine Düngung der Streuwiesen ist in jedem Fall zu unterlassen bzw. zu beenden. Angrenzende Flächen dürfen nicht intensiviert oder entwässert werden. Bäche und Gräben in Feuchtwiesen dürfen nicht geräumt werden.

Aufforstungen und Sukzession auf aufgelassenen Streuwiesen führen durch die Veränderung der Licht- und Nährstoffverhältnisse zu einer Artenverarmung. Entbuschungsmaßnahmen sollen daher v.a. auf mit Fichten bestockten Streu- und Feuchtwiesen durchgeführt werden. Mit Hilfe von entsprechenden Förderprogrammen durch Vertragsregelungen (KULAP, VNP) können die Flächen gepflegt und somit langfristig gesichert werden.“

Eigentlich ist der gesetzliche Rahmen selbsterklärend, aber scheinbar kümmerte sich darum bisher kein Amt und keine Verwaltung. Schade. Das ist auch der Grund, warum das bestehende Biotop auf der von Kroha ImmoInvest GmbH & Co. KG angestrebten Wiese am Schliersee so derart verkleinert wurde und auch nicht zu den eigentlichen Bedingungen gepflegt wurde.