Alte Apfel- und Birnensorten gesucht!

Das Landratsamt macht mobil

Auf der Suche nach alten Streuobstbäumen ist derzeit die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Eva Bichler-Öttl. Sie bittet dazu die Bevölkerung um Unterstützung. Im Rahmen eines groß angelegten Obstsortenkartierungsprojektes sollen im ganzen oberbayerischen Alpenvorland die Sorten von besonders alten Apfel- und Birnbäumen bestimmt werden – in der Hoffnung, dass seltene und vielleicht sogar lokal einzigartige Sorten gefunden werden.

Im Landkreis Miesbach gibt es gerade in den bäuerlichen Obstgärten noch viele dieser alten Bäume. Gerade Obstbaumpflanzungen vor 1960 waren geprägt von einer großen Vielfalt an Sorten, die sehr sorgsam ausgewählt wurden. Für jeden Verwendungszweck wie Saften, Backen, Schnapsen, Mosten gab es eigene Sorten. Von sofortiger Genussreife bis hin zur Lagerung weit in das nächste Jahr hinein war alles dabei. Manche Sorten, die uns heute wenig brauchbar erscheinen, schätzte man früher, weil ihr besonderes Aroma den Mischsaft bereicherte oder sich etwa erst beim Dörren entfaltete. Mit nun 80 oder gar 100 Jahren sind die Bäume an ihrer Altersgrenze angelangt. Auch bei guter Pflege fallen die alten Obstbäume nach und nach aus. Ganze Kronenteile brechen aus, sie hören auf zu fruchten und schließlich entscheidet sich der Eigentümer für den Ersatz. Bei Nachpflanzungen wird häufig aus dem handelsüblichen Sortiment mit eher breitem Verwendungsspektrum geschöpft. Manche alte Sorte gerät in Vergessenheit.

Besitzer von Obstwiesen mit alten Apfel- und Birnbäumen (älter als 50 Jahre) mit seltenen oder unbekannten Sorten werden daher gebeten, sich bis zum 8. Mai bei Kreisfachberaterin Eva Bichler-Öttl (Tel.: 08025/704-3326, Email: eva-maria.bichler-oettl@lra-mb.bayern.de) oder bei Naturschutzreferent Steffen Thiede (Tel.: 08025/704-3323, Do. u. Fr., Email: steffen.tiede@lra-mb.bayern.de) im Landratsamt zu melden.