Turnhalle Schliersee versus Turnhalle Tegernsee

0 : 30 im ersten Satz

Das Projekt neue Turnhalle in Schliersee, eigentlich Neuhaus, döst weiter im Winterschlaf. Die Gemeindeverwaltung will aus unerklärlichen Gründen nicht so recht Druck auf die involvierten Unternehmen machen, Angebote dauern mehrere Monate länger als geplant. So kommt es also weiter zu erheblichen Verzögerungen in diesem Turnhallen(alp)traum, der Schliersee seit Jahrzehnten verfolgt. Es wird sich aus unserer Analyse auch weiterhin wenig tun.

Wäre es ein Tennismatch zwischen den blauen Tegernseern und den grünen Schlierseern (Analogie aus dem Auftritt im Tourismus), so würde Tegernsee nun 30 : 0 führen.

Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung vom 17. März mitteilt wurde, ist die Turnhalle in Tegernseer bald dauerbelegt:

„Die Regierung von Oberbayern hat dem Landkreis am gestrigen Montag weitere Asylbewerber zugeteilt: Voraussichtlich am 31. März werden 30 Asylbewerber in die Turnhalle nach Tegernsee kommen. Bei den zugewiesenen Personen handelt es sich um Frauen und Männer aus verschiedenen Nationen.

Die Vorbereitungen für den neuerlichen Bezug der Tegernseer Turnhalle sind bereits angelaufen. So muss erneut ein Sanitärcontainer aufgestellt werden. Die Mensa Tegernsee wird sich laut Zusage der Stadt Tegernsee federführend um die Essensversorgung kümmern.

Nach der Turnhalle in Gmund wird mit Tegernsee die zweite Turnhalle im Landkreis mit Flüchtlingen belegt sein. Derzeit ermittelt die Kreisbehörde bereits, welche Turnhalle danach als Asylbewerberunterkunft vorbereitet wird. „Zunächst einmal überprüfen wir die kreiseigenen Liegenschaften“, erläutert Stefan Köck, Abteilungsleiter am Landratsamt und zuständig für Asylfragen. „Allerdings scheiden einige aufgrund der Nutzungsintensität aus, andere aus rechtlichen Gründen.“ Köck weist darauf hin, dass der Landkreis trotz dieser neuerlichen Zuweisungen die vorgeschriebene Quote noch nicht erfülle, daher sei zeitnah mit weiteren Asylbewerbern zu rechnen. „Wenn wir keine Grundstücke oder geeigneten Unterkünfte finden, müssen wir wohl in absehbarer Zeit auch auf städtische oder gemeindliche Objekte zugreifen“, befürchtet Köck. „Wir haben keinen Plan B mehr.“

Derzeit leben 423 Asylbewerber im Landkreis Miesbach (inklusive Fehlbeleger). Bis Ende des Jahres werden es laut Prognose der Regierung 900 Personen sein.“

Da bleibt uns Schlierseern nur der ausdrückliche Dank an die langsamen Mühlen der Verwaltung, denn sonst wären unsere rund 5,5 Millionen Euro für die neue Turnhalle im reinen Wohngebiet möglicherweise auch eine Unterkunft, die sich der Markt Schliersee eigentlich gar nicht leisten kann.